Quelle: Sparkasse Westmünsterland

MUENSTERLAND. Gute Noten für die Wirtschaft im Westmünsterland trotz der Probleme, mit denen auch die hiesigen Firmen wegen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Die Konjunkturlage ist Westmünsterland ist sogar besser als im Umland. Das aktuelle Konjunkturbarometer liegt mit gut 102 Punkten vier Zähler über dem Umland. Gründe hierfür seien die vielschichtige Branchenstruktur und die solide wirtschaftliche Basis, meint Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland, die regelmäßig ein Konjunkturbarometer erstellt.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den 125 im August und September repräsentativ befragten Unternehmen aktuell mehrheitlich positiv eingeschätzt: Nach einer starken Eintrübung im Frühjahr durch den Shutdown beurteilt nun mehr als ein Drittel der Betriebe ihre Geschäftslage als gut. Nur ein Viertel ist unzufrieden, im Frühjahr waren das noch knapp 40 Prozent. Mit einer weiteren schnellen Erholung rechnet jedoch nur eine Minderheit der Betriebe. Über die Hälfte geht von gleichbleibenden Geschäften in den kommenden Monaten aus. Jedes vierte Unternehmen blickt pessimistisch, hingegen 22 Prozent positiv in die Zukunft.

Sorge bereitet vor allem eine ausbleibende Nachfrage. Hier sehen drei Viertel der Betriebe ein Konjunkturrisiko. An zweiter Stelle folgen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen wie Steuern und Abgaben, Bürokratie und Regulierungen, in denen 46 Prozent ein Risiko für ihr Geschäft ausmachen. Etwas in den Hintergrund geraten ist die Sorge, geeignete Fachkräfte zu finden. Jedes vierte Unternehmen sieht aktuell im Fachkräftemangel ein Konjunkturrisiko, zur Jahreswende waren es noch gut 60 Prozent.

Heinrich-Georg Krumme. Foto: pd

Der Export hat sich nach dem Tiefstand im Frühjahr verbessert. Gut die Hälfte der befragten Unternehmer geht von gleichbleibenden Geschäften aus, lediglich 13 Prozent von steigendem Export. Ein Drittel erwartet weitere Abstriche. Diese Einschätzung trifft auf eine angespannte Lage: So sind die Auslandsumsätze der Industrieunternehmen im Kreis Borken im ersten Halbjahr 2020 bereits um rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Im Kreis Coesfeld beträgt der Rückgang 8,4 Prozent.

Die Investitionsneigung bleibt unter dem Strich weiterhin negativ. So planen zwar 16 Prozent der Befragten eine Ausweitung ihres Investitionsbudgets, dem stehen jedoch 34 Prozent gegenüber, die zunächst zurückhaltend sind. Knapp die Hälfte von gleichbleibenden Investitionen aus. Die große Mehrheit der Betriebe rechnet mit einer gleichbleibenden Beschäftigung (63 Prozent). Jedes achte Unternehmen möchte Stellen aufbauen. Ein Viertel der Unternehmen geht momentan von einer sinkenden Beschäftigung aus.

„Wie sich die allgemeine Lage weiterentwickeln und auf die Unternehmen auswirken wird, kann aktuell niemand sagen“, blickt Heinrich-Georg Krumme auf die kommenden Wochen. Viel hänge von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. „Jeder einzelne kann durch rücksichtsvolles Verhalten zu einem guten Verlauf beitragen.“ (pd/kre)