Von Schlittenhunden und Abenteuern

Der Borkener Rudi Ropertz ist als Vizeweltmeister von der diesjährigen Schlittenhunde-Weltmeisterschaft in Frankreich zurückgekehrt.

Auf dem Hundeschlitten fühlt sich Rudi Ropertz zu Hause. Foto: Privat

Borken. Er ist Musher mit Herz und Seele: auch nach rund 40 Jahren als Schlittenhundeführer nimmt Rudi Ropertz nach wie vor jeden Winter begeistert an Rennen in ganz Europa teil. So zum Beispiel ganz aktuell auch an der „IFSS-On Snow-Weltmeisterschaft“ Anfang Februar in dem französischen Örtchen Bessans. Hier belegte er trotz schwierigster Wetterverhältnisse und herausfordernden Streckenbedingungen nach vier Wettkampftagen mit seinem zehnköpfigen Gespann in der Gesamtwertung einen stolzen zweiten Platz. „Und auch in zwei Jahren werde ich wieder dabei sein, so Gott will“, kündigte Rudi Ropertz bereits kurz nach seinem Zieleinlauf an. Dabei dachte der gebürtige Duisburger im Jahre 2009 ans Aufhören, verkaufte sogar sein komplettes Equipment. „Doch nach einem Jahr Pause hat es mir wieder in den Fingern gejuckt, sodass ich meine Liebe zu diesem ganz besonderen Sport wiederaufkommen lassen habe“, berichtet der 77-Jährige, der die Schlittenhunde-Weltmeisterschaft 2010 sogar nach Borken holte.

Auf dem Treppchen: Rudi Ropertz wurde bei der diesjährigen Schlittenhunde-Weltmeisterschaft Zweiter. Foto: Privat

Der „Franz Beckenbauer des Hundeschlittensports“

Die Rennen sind meist knochenhart und erfordern höchste Kondition von Mensch und Tier. „Ich muss mich auf meine Hunde verlassen können, und sie sich auf mich. Während ich den Schlitten halte und steuere, müssen die Tiere umgehend auch auf kleinste Anweisungen von mir reagieren und diese direkt umsetzen. Wir sind ein eingespieltes Team“, so Rudi Ropertz. Dass der mehrfache Welt- und Europameister nach wie vor so aktiv ist und für den Schlittenhundesport brennt, liegt wohl nicht zuletzt an der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Marlies, die ihn zu jedem Rennen begleitet, den Musher motiviert und bei der Pflege und Arbeit mit den Hunden behilflich ist. So verbringen die beiden jeden Winter, von Oktober bis März, größtenteils mit ihren Hunden im Wohnwagen und reisen dabei durch ganz Europa. „Wohin die Reise geht, kommt immer ganz darauf an, wo gerade ein Rennen stattfindet“, sagt der „Franz Beckenbauer des Hundeschlittensports“ und ergänzt: „Die Hunde und wir erfreuen uns an der beeindruckenden Natur und erleben viele tolle Abenteuer. Dieses Zusammenleben ist schon etwas ganz Besonderes.“ Wieder zuhause angekommen, freuen sich die insgesamt sieben Enkelkinder von Marlies und Rudi Ropertz dann über spannende Geschichten von Schlittenhunden und Wintererlebnissen in fernen Ländern.

Auf seinem Hof in Borkenwirthe hat Rudi Ropertz viel Platz für den Nachwuchs seines „Rudels“. Foto: Privat

Nachwuchs im „Ropertzsche Rudel“

Neben der Teilnahme an den Schlittenhunderennen hat das Ehepaar seit vielen Jahren ein weiteres Hobby: auf dem heimischen Hof in Borkenwirthe züchten die beiden Hundefreunde Scandinavian Hounds. Das „Ropertzsche Rudel“ der Europäischen Schlittenhunde zählt derzeit …. Hunde – und ein jeder wird als Familienmitglied angesehen. Für die Welpen erhält das Ehepaar inzwischen Anfragen aus ganz Deutschland sowie auch aus den Nachbarländern. So hat sich Rudi Ropertz nicht nur als Musher international einen Namen gemacht – seine Scandinavian Hounds, die optisch an eine Mischung aus Münsterländer und Labrador erinnern, gelten als hervorragende Läufer und aufgrund ihres freundlichen und gehorsamen Charakters auch als ausgezeichnete Familienhunde. Zudem zählen viele Hundeschlitten-Sportler und -Züchter auf die jahrzehntelange Erfahrung der „Legende“, die daher weltweit mit Schlittenhunden trainiert. Im Sommer haben die Ropertz-Hunde übrigens trainingsfrei und dürfen sich nach Lust und Laune auf dem großen Gelände des Hofes austoben, bevor sie dann in den kälteren Monaten je nach Wetterlagen wieder vor den Schlitten oder vor ein Quad gespannt werden. (vr)