Turm der Jugendburg ist 40,4 Meter hoch

Der Heimatverein Gemen und die Interessengemeinschaft Geometerpfad Rhedebrügge/Krommert haben die bisher unbekannte Höhe des Schlossturms sowie weitere Höhen auf dem Gelände der Jugendburg Gemen ermittelt.

Die Höhe des Schloßturmes war bis zum Treffen des Heimatvereins Gemen sowie der Interessengemeinschaf Geometerpfad Rhedebrügge/Krommer nicht bekannt. Foto: Privat

Borken. Wie hoch ist der weithin sichtbare Ballturm der Jugendburg Gemen? Diese Frage stellten sich der Heimatverein Gemen und die Interessengemeinschaft Geometerpfad Rhedebrügge/Krommert. Beide Vereine nahmen das als Anlass, mit einem kleinen Workshop Ende September für Klarheit zu sorgen. Alte Theodolite sowie neueste Messgeräte wurden auf einem Kreisbogen mit einem Radius von 60 Metern zur Turmspitze aufgebaut, womit sich die Teilnehmer durch eigene Messungen und anschließender Berechnung der Formel zur Turmhöhenbestimmung davon überzeugen konnten, wie hoch die Spitze des markanten Turmes über das Gelände des Burg-Innenhofes hinausragt. Vorab wurden von jedem Teilnehmer im Rahmen eines kleinen Wettbewerbes Schätzungen zur Höhe entgegengenommen. Im Anschluss berichtete der Gemener „Torwächter“ Dieter Hoffmann im mittelalterlichen Kostüm über die Geschichte der Burg Gemen. Alois Nienhaus, Vorsitzender der IG Geometerpfad, zeigte den rund 40 Teilnehmern Katasterurrisse aus dem Jahre 1825, in denen die Lage des Schlosses in Ruthenmaßen festgelegt ist. Über die Höhe des Schloßturmes seien aber bisher keine Angaben bekannt. Deshalb hatte auch im Frühjahr der Gemener Heimatvereinsvorsitzende Günther Dirks die gemeinsame Messaktion angeregt.

Trigonometrische Tafel als Messinstrument

Vermessungsingenieur Frank Nienhaus und Geometer Theo Besseling ermittelten gemeinsam eine Höhe von 86,5 Meter über Normal Höhen Null, der amtlichen Gebrauchshöhe mit dem Amsterdamer Pegel als Nullpunkt (im allgemeinen Sprachgebrauch – Höhe über dem Meeresspiegel – genannt). Bezogen auf das Gelände am Fuße des Turmes sind es 40,4 Meter. Hierbei verwendete Theo Besseling einen manuellen Theodoliten mit 400 Gon Teilung im Vollkreis. Zur Ermittlung der Winkelfunktion benutzte Besseling keinen Taschenrechner, sondern eine trigonometrische Tafel, die vor einigen Jahrzenten von ihm in der Praxis mangels anderer Hilfsmittel verwendet wurde. Begleitet wurde die Messungsübung vom Vermessungsbüro Frank Nienhaus, welches die Anschlusshöhen der Gerätestandpunkte in 60 Meter Entfernung zum Turmmittelpunkt sowie auch Gelände- und Baumhöhen im Vorfeld ermittelte.

Die Mitglieder des Geometerpfades sowie des Heimtvereins Gemen
waren mit Feuereifer bei der Sache. Foto: Privat

Höhen über dem Meeresspiegel:
Wasseroberfläche der Gräfte: 42,4 Meter
Pflasterung Brücke zur Freiheit: 45,0 Meter
Pflaster im Schlossinnenhof neben Turm: 46,1 Meter
Erdgeschoß-Fußboden Schloss: 47,3 Meter
Turmspitze: 86,5 Meter
Der höchste Baum auf dem Reiterplatz – Antreteplatz der Bürgerschützen – ist 29 Meter hoch. Der Baum an der Brücke zur Freiheit ist 17,5 Meter hoch