Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing und Landrat Dr. Kai Zwicker bei der Vorstellung des Telenotarztsystems im Frühjahr. Foto: pd

KREIS BORKEN. Münster wird einer von sechs geplanten Telenotarztstandorten in Nordrhein-Westfalen und arbeitet hierzu eng mit fünf benachbarten Kreisen, darunter auch der Kreis Borken, zusammen. Die Entscheidung hat jetzt das Landesgesundheitsministerium der Stadt Münster mitgeteilt.

Das Telenotarzt-System macht Sanitätern den notärztlichen Rat schon vor dessen Eintreffen zugänglich. Per Bild- und Datenübertragung können wichtige Informationen über den Patienten oder die Patientin zu einem Telenotarzt in der Zentrale übertragen und Maßnahmen ärztlich angeordnet werden. So ist dem Telenotarzt fast immer eine erste Beurteilung aus der Ferne möglich, die die Einschätzung der Sanitäter vor Ort ergänzt und entsprechende Maßnahmen ermöglicht, noch bevor ein Notarzt physisch zum Einsatzort gelangt. Das kann unter Umständen Leben retten bzw. schwere Schäden des Patienten vermeiden.

Als eine der ersten Kreise in NRW hatte der Kreis Borken das System eingeführt. Entsprechend ausgerüstete Einsatzfahrzeuge sind an den Rettungswachen in Borken und Vreden stationiert. Bis dato schaltete sich der Telenotarzt aber noch aus Aachen zu. Demnächst greifen die Sanitäter im Einsatz auf die Telenotarzt-Zentrale in Münster zurück. Auch in den Kreisen Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf sowie in der Stadt Münster werden im kommenden Jahr entsprechende Systeme in den Rettungswagen installiert.

Die Feuerwehr der Stadt Münster hatte seit März 2021 in einem Pilotprojekt Erfahrungen gesammelt. Sie will im Betrieb fachlich mit dem Uni-Klinikum kooperieren. Die Leitstelle am York-Ring in Münster ist eine von sechs geplanten Telenotarzt-Zentralen im Land. Sie deckt mit dem System eine Region mit mehr als zwei Millionen Menschen ab. NRW will bis Ende 2022 in jedem der Regierungsbezirke mindestens eine Zentrale einrichten lassen, um das Land flächendeckend zu versorgen. (pd/kre)