Vertreter der Stadt und Loklabetrieber in der Heilig-Geist-Straße und im Neutor informierten jetzt über die "neue" Borkener Gastro-Meile. Fotos: Ewald Kremer

BORKEN. Schwierige Zeiten erfordern kreative Lösungen und geben manchmal auch bereits angestoßenen Entwicklungen einen Schub. Die „neue“ Gastro-Meile am Rand des Marktplatzes ist ein prima Beispiel dafür. Hier werden ab diesem Wochenende immer freitags und samstags Teile der Heilig-Geist-Straße und des Neutors zur kulinarischen Flaniermeile. Ab ca. 19 Uhr wird an der Kreuzung zur Commende eine Straßensperre aufgestellt, die Autos die Durchfahrt untersagt. Gleich dahinter können die ansässigen Restaurants und Kneipen ihre Tische und Bänke aufbauen und ihre Gäste bewirten.

Tatsächlich dürfen die Lokale zwar seit Wochen wieder öffnen, aber die Hygiene- und Abstandsregeln bewirken, dass sie nur einen Bruchteil ihrer Gäste bewirten können. „Die Erweiterung der Außengastronomie ermöglicht es den Gastronomen, die Einnahmen zu rekrutieren, die aufgrund der Beschränkungen sonst wegfallen“, erläuterte Julia Ohters, Wirtschaftsförderin bei der Stadt, beim heutigen Pressegespräch vor Ort. Politik, Verwaltung und Wirtsleute zögen hier an einem Strang.

Freiluftbewirtung von 19 bis 24 Uhr

Ordnungsamtsleiter Rene Terwolbeck machte Angaben zum rechtlichen Rahmen: „Die Sperrung wird bis 24 Uhr erfolgen. So lange dürfen auch die Lokale ihre Außengastronomie betreiben.“ Der Gesetzgeber erlaube Sonderregelungen für die Außengastronomie „und die Stadt lässt das in diesem Fall ausdrücklich zu“, sagte Terwolbeck.

Die ansässigen Wirtsleute freuten sich über die unkomplizierte Hilfestellung in schwierigen Zeiten. „Wir bekommen hier einen großen Biergarten, durch den man bummeln kann“, so Elena Geuking von „Kalles Bar“. Die Sperrung der Straße war schon im vergangenen Jahr an einigen Terminen erprobt worden. „Die Gäste haben das gut angenommen und mit den Anwohnern gab es auch nahezu keine Probleme“, berichtete Arkadius Wyrobek vom „Klatsch“. Der Aufwand halte sich in Grenzen, so die Gastronomen. Man hole einfach die ungenutzte Bestuhlung von drinnen auf die Straße, so Elena Geuking. Am Samstag soll übrigens ein musikalischer Walking Act für Unterhaltung sorgen. Der Name „Kurumbande“ fiel in diesem Zusammenhang.

Esther Lissel wollte ihr koreanisches Restaurant eigentlich erst Ende des Monats eröffnen. Nun macht sie Freitag und Samstag ein Pre-Opening.

Koreanisches Restaurant bereichert das Angebot

Die Gastro-Meile umfasst die Eisdiele „Venezia“, das „Klatsch“, das Restaurant „Zum Alten Rathaus“, „Kalles Bar“ und das „Caramba“. Ganz neu dabei ist „bok bok bok“, ein koreanisches Restaurant, das eigentlich erst Ende des Monats in der Heilig-Geist-Straße 18 eröffnen wollte. Betreiberin Esther Lissel macht nun am Wochenende ein Pre-Opening. „bok bok bok heißt Glück Glück Glück. Und wir sind wirklich glücklich, dabei zu sein. Es ist noch nicht alles fertig, aber wir werden mit den Außenplätzen und einer kleinen Karte sicherlich einen guten Start hinlegen.“

Auch andere Lokale profitieren

Die Wochenendsperrung kann den ganzen Sommer andauern. Die Ausweitung der Außengastronomie sei allen Betrieben in der Innenstadt gestattet. Man solle aber zuvor Kontakt mit dem Ordnungsamt aufnehmen, sagte Rene Terwolbeck. Ob die Sonderreglungen auch in den anderen Ortsteilen denkbar seien? Man beginne erst einmal mit der Borkener Innenstadt und werde dann weitersehen, so der Ordnungsamtsleiter. (kre)