Drei Generationen der Familie Heistermann sowie Vertreter von Stadt und Breitbandversorgern freuen sich über den Ausbaubeginn in Weseke und anderen Außenbereichen. Foto: E. Kremer

WESEKE. Sonnige Nachricht bei regnerischem Wetter gab es heute beim Pressetermin der Stadtwerke Borken auf dem Hof Heistermann in Weseke zu hören. In den nächsten Tagen beginnt in Außenbereichen von Borkenwirthe, Burlo und Weseke sowie in Rhedebrügge und Hoxfeld die Verlegung von Glasfaserkabel. Die Familien von Franz Heistermann und dessen Sohn Frank Heistermann kommen damit quasi im digitalen Zeitalter an. Denn bisher wurde hier mit Geschwindigkeiten unter 10 Mbit/s gesurft.

„Das ist der vorletzte große Abschnitt, der noch ausgebaut wird“, erklärte Norbert Nießing, Erster Beigeordneter der Stadt, beim Pressetermin. Der andere Abschnitt liege in der Borkener Innenstadt. Die Deutsche Glasfaser wird hier bekanntlich ausbauen. Sind beide Gebiete erschlossen, würden über 96 Prozent der Bevölkerung das Angebot erhalten haben, ans ultraschnelle Netz angeschlossen zu werden, so Nießing – und das in einer der flächengrößten und am stärksten zersiedelten Städte im Land. Damit sei Borken weit vorne im bundesdeutschen Vergleich. „Gerade in der Corona-Pandemie haben wir Bedeutung schneller Kommunikationswege gespürt. Viele Zugezogene begründen ihre Entscheidung für Borken sogar mit der guten Infrastruktur“, so Nießing. Über 10 Millionen Euro Fördermittel seien in den Ausbau geflossen, eine Million habe die Stadt aus eigenen Mitteln aufgewendet.

Nießing ist von Amts wegen zuständig für die Digitalisierung der Stadt. Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing hatte ihm aber nicht nur deswegen beim Pressetermin die Wortführung überlassen. Sie selbst wohnt im betroffenen Ausbaugebiet und freut sich wie die Heistermanns, das jetzt das neue schnelle Netz kommt. „Homeoffice war bislang eine echte Herausforderung“, so die Bürgermeisterin. „Ich bin froh. Dass wir so starke Partner an unserer Seite haben.“ Am Ausbau beteiligt sind neben den Stadtwerke Borken die Unternehmen muenet aus Rosendahl und epcan aus Vreden. Zusammen bilden sie die Westmünsterland Glasfasergesellschaft.

Bis Ende Februar sollen laut Stadtwerkechef Ron Keßeler die „weißen Flecken“ in Borkenwirthe, Burlo und Weseke beseitigt sein. 250 Kilometer Tiefbautrasse sind bis dahin zu ziehen, 1250 Haushalte anzuschließen. Nach Angaben von Norbert Nießing verbleiben danach im Außenbereich von Borken noch rund 400 Haushalte, die bis dato nicht ans Glasfasernetz angeschlossen werden können. Sie sollen aber in nächster Zukunft zumindest mit 30 bis 80 Mbit/s Netzgeschwindigkeit versorgt werden. Darum kümmere sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises mit einem eigenen Programm, so der Erste Beigeordnete. (kre)