Bedruckte Geldumschläge sollen Mitglieder und Kunden vor dem Enkeltrick schützen: VR-Bank Mitarbeiterin Constanze Hillers (r), die den Einsatz anregte, und Kriminalhauptkommissar Klaus Vogel stellten die neuen Umschläge im Beisein von Kassierer Wilhelm Kemper vor. Foto: pd

KREIS BORKEN. Ob Enkeltrick-Betrüger, Schockanrufer oder falsche Polizisten: Um solchen Straftätern einen Strich durch die Rechnung zu machen, setzen die Polizei und die VR-Bank Westmünsterland auf einen neuen Baustein. „Schützen Sie sich und Ihr Geld!“ – In fett gedruckten Buchstaben steht diese Warnung auf einem neu entwickelten Geldumschlag, mit dem vor allem ältere Bankkunden für die Enkeltrick-Betrugsmasche sensibilisieren wollen.

Auf dem Umschlag sind insgesamt sechs Fragen aufgedruckt: „Wurden Sie angerufen? Sollen Sie das Geld noch heute übergeben? Wurde Ihnen verboten, über den Grund der Abhebung zu sprechen?  Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter, etc. ausgegeben? Sollen Sie das Geld an eine Ihnen unbekannte Person übergeben? Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?“ Wenn man zwei oder mehr Fragen mit ja beantworten könne, solle man sofort die 110 anrufen, so der dringende Hinweis auf dem Kuvert.

Hintergrund: Immer öfter gelingt es Betrügern, vor allem Senioren mit Anrufen so zu verunsichern und unter Druck zu setzen, dass sie diesen große Geldbeträge übergeben. Meist wird ein Notfall eines Verwandten vorgetäuscht. Wenn die Betroffenen ungewöhnlich hohe Geldsummen abheben, schlagen nicht selten die Geldinstitute Alarm. „Dank geschickt geführter Kundengespräche stoßen unsere Kolleginnen und Kollegen auf Verdachtsmomente und alarmieren in solchen Fällen die Polizei“, so Constanze Hillers, die bei der VR-Bank im Kundenservice tätig ist. Der neue Umschlag mit Warnhinweisen ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme gegen Betrüger.

„Wir hoffen, mit Hilfe dieser Umschläge potenziellen Opfern in letzter Sekunde doch noch die Augen zu öffnen und eine Geldübergabe an die Täter verhindern zu können“, erklärt Klaus Vogel, Kriminalhauptkommissar der Abteilung Prävention/Opferschutz bei der Kreispolizei Borken. Wer Fragen hat, wie er sich oder seine Angehörigen schützen kann, sollte sich unter der Rufnummer 02861 900-5507 bei der Polizei melden und beraten lassen. Infos auch unter https://borken.polizei.nrw (pd/kre)