Gregor Haar, Günter Kleinemühl, Hendrik Spöler, Michael Köjer, Gerd Holz sowie Guido Rotstegge (von links nach rechts) betreuten am Wochenende Katastrophenhelfer im Kreis Euskirchen. Foto: pd

KREIS BORKEN. Wenn Feuerwehrleute im Einsatz sind, werden sie mit vielerlei Gefahren konfrontiert. Das gilt nicht nur für ihren Körper, der immer wieder Stresssituationen ausgesetzt ist, da Entscheidungen bisweilen blitzschnell getroffen werden müssen. Auch die Seele kann leiden: Es gibt Einsätze, die an den Feuerwehrleuten nicht spurlos vorübergehen. Etwa wenn die Einsatzlage im Katastrophenfall kaum zu ertragen ist. Selbst gestandene Feuerwehrleute können solche Situationen überfordern. Die Psychosoziale Unterstützung (PSU) der Feuerwehren soll dann den Einsatzkräften dabei helfen, belastende Eindrücke zu verarbeiten.

Am Wochenende waren sechs hiesige PSU-Experten im Kreis Euskirchen im Einsatz, um gemeinsam mit Kameraden aus dem Ruhrgebiet den im Katastrophengebiet eingesetzten Kräften Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung belastender Eindrücke und Situationen zu geben. Insbesondere die Stadt Erfstadt ist von den Hochwasserfluten stark getroffen worden. Gregor Haar (Feuerwehr Bocholt), Günter Kleinemühl (Feuerwehr Ramsdorf), Hendrik Spöler und Michael Köjer (beide Feuerwehr Borken), Gerd Holz (Feuerwehr Velen) sowie Guido Rotstegge (Feuerwehr Heiden) bildeten an diesem Wochenende das Team der Psychosozialen Unterstützung. Wie Michael Köjer dazu mitteilte, seien sie im gesamten Kreisgebiet tätig geworden.

Seit 2019 gibt es drei PSU-teams im Kreis Borken. “Unsere Arbeit soll die Stabilität der Kameraden bei ganz schrecklichen Ereignissen wiederherstellen”, so Michael Köjer. “Sie sollen von unserem Konzept profitieren.” Das sieht auch vor, die Angehörigen der Feuerwehrleute mit ins Boot zu nehmen, da sie es miterleben, wenn ihre Partner oder Verwandten derartige Ereignisse verarbeiten müssen. Köjer schränkt jedoch ein: “Die PSU-Kameraden – PSU-Assistenten und PSU-Helfer – sind keine Therapeuten.” Falls nach den Einsätzen weitere Therapien notwendig seien, greife die Feuerwehr auf ihr Netzwerk zurück und helfe den betroffenen Kameraden auf diese Weise weiter. (pd/kre)