Ortstermin an der Baustelle von B67n/474n (v.l.): Der langjährige Sprecher und Vorsitzende der Unternehmerinitiative B67n, IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme, und Manfred Ransmann, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW. Foto: Grundmann/IHK Nord Westfalen

REKEN/DÜLMEN. Vor 52 Jahren wurde der Ausbau der B67 in das Bundesfernstraßenausbauprogramm aufgenommen. „Heute, über ein halbes Jahrhundert später, sind wir endlich auf der Zielgeraden angekommen“, freute sich IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme mit Blick auf das neue Brückenbauwerk, von dem der Verkehr bereits in 2023 nördlich um Dülmen herum zur Autobahnanschlussstelle Dülmen-Nord geführt werden soll. Krumme, der seit der Gründung im November 2004 an der Spitze der Unternehmerinitiative für die B67n stand, traf sich heute (24. Februar) mit Manfred Ransmann, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW, und Philipp Feicke, Projektleiter B67n bei Straßen.NRW, um sich für das bisher Erreichte zu bedanken und sich über die weiteren Bauarbeiten aus erster Hand zu informieren.

Vor knapp drei Jahren, im September 2018, erfolgte im Beisein von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst der erste Spatenstich für den letzten von ursprünglich fünf Teilabschnitten der B67n. Von da an gab es keinen Zweifel mehr: Das westliche Münsterland wird in absehbarer Zeit lückenlos und kreuzungsfrei an die A43 /A1 und an das Oberzentrum Münster angebunden sein. „Der Weg dahin“, erinnert sich Krumme, „war mitunter auch schwierig“. Als IHK-Vizepräsident für den Kreis Coesfeld hatte er im November 2004 gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus dem Kreis Borken, Egbert Weber, eine der bundesweit ersten Unternehmerinitiativen für ein Verkehrsprojekt aus der Taufe gehoben. „Damals drohte der Weiterbau der B67n zum wiederholten Mal auf die lange Bank geschoben zu werden“, so Krumme. „Das konnten und wollten die Unternehmerinnen und Unternehmer in den beiden IHK-Regionalausschüssen im westlichen Münsterland nicht akzeptieren. „Deshalb haben wir die Initiative ‚B67n – lückenlos gut!‘ gegründet!“

Was folgte, waren zahllose Fach- und Politikgespräche mit der Straßenbauverwaltung; Mandatsträgern, Landräten, Staatssekretären und Landesverkehrsministern, aber auch mit von der Planung Betroffenen, etwa aus der Landwirtschaft. „Insbesondere der Landwirtschaft bin ich sehr dankbar, dass sie trotz der großen Herausforderungen, die die Straßenplanung bedeutete, immer ein fairer und konstruktiver Partner war“, erinnert sich Krumme gern zurück. „Wir bekamen sogar Flächen für unsere Plakatwände auf landwirtschaftlichem Grund und Boden zur Verfügung gestellt“. Auf denen konnte jeder, der vorbeifuhr lesen, worum es der Initiative ging: den vollständigen Lückenschluss der B67n.

„Die Unternehmerinitiative zur B67n war damals wirklich etwas Besonderes – auch für uns“, erklärte heute auch Manfred Ransmann. Er begleitet das Projekt auch schon viele Jahre. Die Unterstützung aus der Wirtschaft habe damals gutgetan, nachdem die Fortsetzung der B67n in Teilen der Politik zum wiederholten Mal in Frage gestellt wurde. „Ich danke der Initiative für die kontinuierliche, intensive Unterstützung in all den Jahren“, so Manfred Ransmann.

In vier Bauabschitten wird das Projekt fertiggestellt. Grafik: Straßen NRW

Und wann ist die Straße nun endlich komplett „lückenlos“? „Wir bauen in vier Abschnitten“, erwiderte der Leiter der Regionalniederlassung Münsterland. Von der Bahnstrecke Dülmen-Coesfeld bis zur Autobahn-Anschlussstelle Dülmen-Nord sei man schon sehr weit. „Da wollen wir Ende 2022 fertig werden“, so Ransmann. Die Arbeiten im Bereich zwischen der Bahnstrecke und der zukünftigen Anschlussstelle Dülmen-Merfeld (L600) werden voraussichtlich im ersten Quartal 2023 abgeschlossen sein.

Auch in den westlichen Abschnitten, in Richtung Reken komme man gut voran. Besonders ist: „Jeder einzelne Abschnitt kann für den Verkehr freigegeben werden und schafft einen Schritt weiter in Richtung lückenlose Verbindung“, so Ransmann. „Nageln Sie mich nicht fest, aber in rund vier Jahren möchten wir komplett fertig sein.“

„Angesichts der mittlerweile ein halbes Jahrhundert andauernden Planungs- und Baugeschichte der B67 n ist das ja fast schon Übermorgen“, scherzt IHK-Vizepräsident Krumme und dankt Manfred Ransmann für alles, was die Straßenbauer bis heute für die Region geleistet haben.