Dennis Zender sollte den Klimaschutz in der Kreisstadt voranbringen. Jetzt erfolgte die Trennung. Foto: V. Rickert

Wie tickt eigentlich Borkens erster Klimaschutzmanager?“, fragte sich HALLO-Redakteurin Verena Rickert, und traf beim Besuch im Rathaus auf einen hochmotivierten, jungen Mann, der sich ehrgeizige Ziele auf die Fahne geschrieben hat.

Borken. Seit dem 2. Januar dieses Jahres hat die Stadt Borken einen Experten für ein Thema, das derzeit in aller Munde ist: Dennis Zender ist Borkens erster Klimaschutzmanager. In dieser Position ist er auch direkter Ansprechpartner für alle Bürger, die Fragen und Ideen rund um die heiß diskutierte Angelegenheit haben. Und das sind einige, wie sich bereits in den ersten Arbeitstagen des 30-jährigen Fachmanns zeigte. „Ob es um Energiespartipps für den Alltag geht, Fördermittel für eine Gebäudesanierung, eine erhöhte Radfahrsicherheit oder auch Informationen zu Lastenfahrrädern, haben mich erfreulicherweise bereits zahlreiche Menschen kontaktiert“, teilt Dennis Zender mit und ergänzt: „Gerade beim Klimaschutz ist ein umfangreicher Austausch mit den Bürgern ungemein wichtig, um dadurch neue Anreize und wertvolle Hinweise zu bekommen.“ So steht der neue Klimaschutzmanager unter anderem im regen Kontakt mit Mitgliedern der Bewegungen „Fridays For Future“ und „Parents For Future“. Auch eine Ortsbegehung mit dem Ordnungsamt, dem Straßenverkehrsamt und der Polizei stand nach der Benachrichtigung einer Bürgerin, die sich Sorgen um die Verkehrssicherheit ihres Sohnes auf dem Schulweg macht, für Dennis Zender bereits auf der Agenda.

Thema der Gesellschaft

„Das rege Interesse zeigt, dass der Klimaschutz endlich als Thema in der Gesellschaft angekommen ist“, so der Recklinghausener, der nach dem Studium der Umwelt- und Betriebswirtschaft als Beauftragter für Umweltmanagement und soziales Engagement bei dem deutschen Textil-Discounter „KiK“ tätig war. Im Rahmen dieser Arbeit gehörte beispielsweise die Verringerung von Umweltbelastungen, die durch die Handelstätigkeit des Unternehmens entstehen oder auch die Schonung von Ressourcen zu Dennis Zenders Aufgabengebiet. Unter anderem sorgte er erfolgreich dafür, dass 40 Textilfabriken im asiatischen Raum zertifiziert und vier Schulen für Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können, realisiert wurden. „Nach vier Jahren bei KiK fühlte ich mich schließlich bereit für den Öffentlichen Dienst“, erläutert Dennis Zender seine Bewerbung als Klimaschutzmanager für Borken.

Klimakonzept vorantreiben

Die Hauptziele, die sich der neue städtische Mitarbeiter für das erste Quartal auf die Fahne geschrieben hat, finden sich zum Großteil auch im Klimakonzept wieder, welches die Stadt bereits im April 2019 veröffentlicht hat. Das Einsparen von Primärenergien, die Emissionsreduzierung oder auch alternative Mobilitätsformen sind Themen, für die Dennis Zender die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen beziehungsweise Methoden für den Umgang mit Klimafolgen aktiv verfolgt. Auch mit dem Radverkehrskonzept ist er bereits bestens vertraut und daher auch Mitglied eines Arbeitskreises, welcher sich derzeit unter anderem mit einer möglichen Förderung oder einem Leihsystem von Lastenfahrrädern für Borkens Bürger befasst. Noch in diesem Jahr soll zudem ein Flyer zum Thema „Umweltbewusstes Konsumverhalten“ durch die Stadt Borken herausgegeben werden.

Teilnahme am eca gewünscht

Doch damit nicht genug: motiviert und ehrgeizig wie er ist, möchte Dennis Zender so schnel wie möglich am European Climate Adaption Award (eca) teilnehmen, der das Pendant zum European Energy Award (EEA) darstellt und Kommunen die Erarbeitung von lokal notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen auf Grundlage einer Klimaanalyse ermöglicht. Die Teilnahme von Borkens Klimaschutzmanager wird derzeit geprüft. (vr)