Die Schnellbuslinie Bocholt, Borken, Münster läuft seit Jahren erfolgreich. Auf den "Baumwollexpress" müssen die Bürger aktuell noch warten. Foto: kre

Landrat will Planung und Finanzierung der Schnellbuslinie neu bewerten lassen

Kreis Borken. Das Land NRW wird die Einführung der Schnellbusverbindung “Baumwollexpress” von Bocholt über Vreden nach Gronau und dann weiter nach Bad Bentheim nicht im Rahmen des Landeswettbewerbs “Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum” fördern. Diese Mitteilung hat jetzt der Kreis Borken von der Bezirksregierung Münster erhalten. Die Strecke würde nach bisherigen Planungen auch Burlo und Oeding anbinden.

Landrat Dr. Kai Zwicker und Verkehrsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow bedauern die Entscheidung, denn im Falle einer Bewilligung wären 75 Prozent der Kosten des zunächst auf zwei Jahre angelegten Probebetriebs in Höhe von insgesamt 3,8 Mio. Euro gedeckt worden. Angesichts dieser Entwicklung sollte die Kreispolitik nun die seinerzeit einvernehmlich beschlossene Planung neu bewerten, erläutert der Landrat angesichts der hohen Kosten. Das gelte mit Blick auf den Fortgang und Umfang der Planung als auch auf die Finanzierung des Vorhabens.

So soll die Streckenführung aussehen. Quelle: Kreis Borken

Im Februar 2019 hatte der Kreistag grünes Licht für die Konzipierung der Schnellbusverbindung gegeben. Streckenführung und Taktung stehen bereits, derzeit geht es laut Pressemeldung des Kreises um die letzte Feinjustierung, damit eine optimale Verknüpfung mit den bestehenden Bus- und Schienenverbindungen möglich werde. Insbesondere Berufspendler, Schüler und Studenten sowie Besucher von kulturellen Einrichtungen würden von der 83 km langen Linie profitieren, die im Wesentlichen über die B70 verläuft und gleich mehrere Mittelzentren verbindet. Die Haltestellen sollen den schnellen Umstieg auf andere Linien ermöglichen. Angedacht sind hier zudem Fahrradabstellanlagen und Bike-Sharing-Angebote.

Der Nahverkehrsplan des Kreises Borken sieht für den “Baumwollexpress” zunächst einen zweijährigen Probebetrieb vor. In diesem Zeitraum sollen die Wirtschaftlichkeit der Linie sowie die weiteren ökonomischen und ökologischen Vorteile für den Kreis Borken und die Grafschaft Bentheim durch ein Gutachterbüro bewertet werden. (pd/kre)