Als „Schlabber und Latz“ stehen die Kapläne Christoph Hendrix (links) und Ralf Meyer seit 2016 im Karneval auf der Bühne. Wegen der Corona-Pandemie haben sie ihre Büttrede in diesem Jahr aufgezeichnet und bei Youtube hochgeladen. Foto: privat

BORKEN/KLEVE.Ein Rheinländer und ein Westfale… der eine fröhlich, munter und drauflos plappernd, der andere spröde, nachdenklich und ziemlich wortkarg. Wenn die Kapläne Christoph Hendrix aus Kleve und Ralf Meyer aus Borken auf der Bühne stehen, ist klar, wer in welche Rolle schlüpft: „Manche behaupten sogar, wir müssten uns gar nicht verstellen“, verrät Hendrix mit einem breiten Grinsen… Bekannt sind die jungen Priester aus dem Bistum Münster auch als „Taufbolde“. In ihrem Podcast sprechen sie humorvoll über Gott und den Glauben. Dass sie als „Schlabber und Latz“ auch im Karneval gemeinsam auftreten, ist – kurz gesagt – Hendrix` Schuld.

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Schon als Jugendlicher hatte der 32-Jährige seinen ersten Auftritt bei der Karnevalssitzung seines Heimatvereins „Ko und Ka“ (was für Kolping und KAB steht) in Issum. Gerade volljährig stieg er erstmals allein in die Bütt. In dieser Session musste die Sitzung wegen der Corona-Pandemie zwar abgesagt werden, als Profis vor der Kamera haben Hendrix und Meyer ihren Beitrag kurzerhand aufgezeichnet und als „Schlabber und Latz@home“ bei Youtube (www.youtube.com/watch?v=Yap6icE4_QA) hochgeladen: „Wir fallen nicht aus…“, versichern sie ihren Fans mit einem Augenzwinkern. Ihre Beiträge gibt es zudem auf der Internetseite www.koundka.de zu sehen.

2015 hatte Hendrix seinen Freund und Mitbruder Ralf Meyer zur Sitzung in Issum einfach mal mitgeschleppt: „Der Westfale sollte erleben, wie wir feiern.“ Ans Schunkeln, gesteht Ralf Meyer, habe er sich bis heute nicht wirklich gewöhnt, ansonsten ist der Burgkaplan aus Gemen aber ordentlich mit dem närrischen Bazillus infiziert. Von ihm kam auch der Vorschlag, als Duo in die Bütt zu gehen. 2016 war Premiere. Seitdem sind die Kapläne aus dem Issumer Karneval nicht mehr wegzudenken. Herumgesprochen hat sich ihr Talent inzwischen auch darüber hinaus. In Greven, Dülmen und sogar im hohen Norden des Bistums Münster, in Damme, wurden sie bereits gebucht.

„Mimik und Gestik sind bei uns ganz wichtig“, erklärt Hendrix einen wohl entscheidenden Aspekt ihres Erfolges. Und: „Die besten Witze sind oft die, die man gar nicht bis zum Schluss erzählt“, weiß Meyer. Mit Pausen setzen sie gezielt Pointen… Was prima beim Publikum ankommt. So prima, dass sie über die Jahre im Sitzungsprogramm immer weiter nach hinten gerückt sind und in der vergangenen Session sogar die letzte Bütt des Abends, also der Topact, waren: „Das ist die Königsdisziplin“, sagt Hendrix und dabei ist schon eine Spur Stolz herauszuhören.

Ihr eigener Anspruch an das „rheinische Zwiegespräch“, wie sie ihren Büttbeitrag umschreiben, ist hoch. Das ganze Jahr über sammeln die beiden Anekdoten aus dem wirklichen Leben, die Christoph Hendrix dann textlich verpackt. Während er als Rheinländer in Mundart wild gestikulierend die Tücken des Alltags überzeichnet zum Besten gibt, ist Meyers Part der des knurrigen Westfalen: „Da ergänzen wir uns perfekt.“ So wie das bekannte „Colonia Duett“.

Die beiden Geistlichen sehen es als ihren Auftrag zu zeigen, dass die Kirche kein „verkrampfter Haufen“ ist, sondern dass katholisch sein und Humor haben zusammenpassen. Deshalb predigen sie am Karnevalswochenende in ihren Pfarreien St. Mariä Himmelfahrt in Kleve, auf der Jugendburg Gemen sowie in St. Remigius in Borken auch in Reimform – fast wie in der Bütt. (pbm/gun/kre)