Dipl.- Phys. Harald Gülzow bei der Entnahme einer Wasserprobe. Foto: pd

RAESFELD. Die Issel weist Nitratwerte auf, die fünf bis sechsfach den gesetzlich zulässigen Wert überschreiten. Das ist das Ergebnis einer Messfahrt aus dem Frühjahr 2019, die der VSR-Gewässerschutz nun ausgewertet hat. Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) dürfte das Wasser für einen guten Zustand höchstens 2,5 mg/l Nitratstickstoff beinhalten. Das entspricht umgerechnet 11 mg/l Nitrat. Bereits in der Isselquelle aber fanden die Umweltschützer 77,5 mg/l Nitrat. Der Wert verbessert sich teilweise durch Einleitungen von Nebenbächen und Kläranlagen. Die Vorgaben werden aber dennoch im gesamten Verlauf bis in die Niederlande hinein deutlich überschritten. Der VSR-Gewässerschutz fordert daher die Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser zum Handeln auf.

Der VSR-Gewässerschutz sei in der Vergangenheit scharf von den Landwirtschaftsverbänden für die Aussage kritisiert, dass die intensive Landwirtschaft die Hauptursache der Nitratbelastung ist, schreibt VSR-Pressesprecher Harald Guelzow in einer Pressemeldung. Zudem sei behauptet worden, dass die Kläranlagen vor allem Verursacher der hohen Nitratwerte seien. Diese Behauptung sieht der Verein nun widerlegt. „Das Ergebnis der Messfahrt zeigt jedoch eindeutig, dass die Kläranlagen zu einer Verringerung der Nitratbelastung in der Issel beitragen. Erst durch die Zuflüsse gereinigter Abwässer der örtlichen Kläranlagen ist eine geringere Nitratbelastung der Issel festzustellen“, so Dipl. Oecotroph. Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Der hohe Nährstoffgehalt wirke sich nicht zuletzt auf das Ijsselmeer aus. Dort kommt es nach Aussage der Umweltschützer aufgrund der starken Nitratbelastung zur Eutrophierung. Es breiten sich immer wieder Algenteppiche aus. (pd/kre)