Hohe Nitratbelastung

Messwerte des Grundwassers im Raum Heiden liegen vor

Lina Remme und Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz untersuchen eine Wasserprobe im Labormobil. Foto: VSR

Heiden. Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den
Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen Mitte Juli in Heiden abgegeben wurden. In jeder dritten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt 24 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahm Harald
Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Heiden/Velen/Borken für die Untersuchung entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Wasser ist nicht mehr zum Trinken geeignet

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 97 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Leblich. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Heiden mit 86 Milligramm pro Liter (mg/l), in Ramsdorf mit 76 mg/l und in Weseke mit 77 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu erhält man auf der Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/. (vsr)