Perfide Verkehrung von Tätern und Opfern: Mit diesem Propaganda-Plakat stellte die NSDAP-Gauleitung die von österreichischen SA-Leuten in Borken und Bocholt begangenen kirchenfeindlichen Übergriffe als staatsfeindliche Aktionen von Katholiken dar. Quelle: Stadtarchiv Münster

BORKEN. Von der Verfolgung und dem Tod des Bernhard Mensinck nach einem kirchenfeindlichen Eklat in Borken handelt der dritte Vortrag des aktuellen Semesters in der Reihe “Geschichte ist mehr” am kommenden Mittwoch (6.10.) um 19.30 Uhr im VHS-Forum an der Heidener Straße. Gemeinsame Veranstalter sind das Stadtarchiv, die Volkshochschule und der Heimatverein Borken.

Zum Inhalt: Anfang 1935 beziehen Nationalsozialisten der Österreichischen Legion ein Barackenlager in Bocholt und das Wasserschloss in Velen. Aus ihrer kirchenfeindlichen Haltung machen sie keinen Hehl. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Vorfällen, von denen auch Borken nicht unberührt bleibt. Ende Juni 1935 verrichten zwei österreichische SA-Männer aus Velen in der Propsteikirche St. Remigius ihre Notdurft und legen an mehreren Stellen Feuer. Die Borkenerinnen und Borkener sind zutiefst entsetzt, sodass NSDAP und Gestapo in Zugzwang geraten. Um von den wahren Tätern abzulenken, präsentiert das NS-Willkürregime der Bevölkerung einen Sündenbock: den vollkommen unbeteiligten Borkener Gastwirt Bernhard Mensinck. Der Historiker Marius Lange (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) rekonstruiert die Hintergründe der Kirchenbrandstiftung und zeichnet den langen Leidensweg Mensincks nach.

Der Eintritt zum Vortrag beträgt sechs Euro. Teilnehmen können gemäß der 3-G-Coronaregel alle Personen, die geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sind (Nachweis erforderlich). Anmeldungen sind unter www.vhs.borken.de möglich. (pd/kre)