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Der etwas andere Ortstermin

Sommer-Radtour der Stadtverwaltung mit der Presse führte nach Burlo

BORKEN-BURLO. Die Renaturierung des Knüstingbaches in Gemenwirthe, die Bemühungen um eine Radwegverlängerung in Borkenwirthe, die Sanierung der Burloer Grundschule, die Situation am Klostersee – eine Vielzahl an Themen berührte die heutige Sommer-Radtour der Stadt Borken. Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing, der 1. Beigeordnete Norbert Nießing und der Technische Beigeordnete Jürgen Kuhlmann führten die Pressevertreter aus dem Stadtgebiet zu mehreren Zielen am Wegesrand, an denen Erläuterungen über Vorhaben, neuralgische Situationen und auch über schon abgeschlossene Projekte gegeben wurden.

Der Knüstingbach soll eine Auslaufzione bekommen.

So soll der Knüstingbach in Gemenwirthe im kommenden Jahr renaturiert und mit einer Auslaufzone versehen werden. „Auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern wird hier eine Auslaufzone geschaffen, die sich zu einer Auenlandschaft entwickeln soll“, erläuterte Jürgen Kuhlmann. Das diene nicht nur der Förderung der Artenvielfalt, sondern sei auch als Maßnahme des Hochwasserschutzes zu sehen, so der Technische Beigeordnete. Der Knüstingbach beginnt in Weseke und führt zur Bocholter Aa. Die entwässere rund ein Drittel der Kreisfläche, informierte Kuhlmann. „Was wir hier bei Hochwasser in Überlaufzonen zurückhalten, entlastet die Aa.“

In Borkenwirthe wurde die Dringlichkeit einer Fortführung des Radweges am Engeland Esch deutlich, als Anwohner zu der Radgruppe stießen. Sie machten sehr energisch ihr Unverständnis darüber deutlich, dass der Radwegbau nicht vorankomme. Der Anschluss an den Radweg nach Hoxfeld und Vardingholt scheitere bislang an der mangelnden Bereitschaft einiger Landwirte, Grund und Boden abzugeben, machte die Bürgermeisterin deutlich. „Diese sind mit den üblichen Konditionen nicht einverstanden“, so Schulze Hessing. Man bemühe sich weiter um eine Lösung. Dauere das aber zu lange, rücke der Radweg beim Kreis als Bauherrn in der Priorität nach hinten.

Beigeordneter Norbert Nießing machte beim Halt in Borkenwirthe auf ein anderes Projekt aufmerksam. „Wir werden die Turnhalle sanieren und energetisch modernisieren.“ Eine Pelletsheizung soll den bisherigen Ölbrenner ersetzen. Das Dach werde gedämmt, die Duschen und Sanitäranlagen erneuert und auch der Hallenboden ausgetauscht. „Die Halle wird auch in Zukunft multifunktional nutzbar sein“, so Nießing. Angestrebter Baubeginn sei im September.

„Ein Idyll, das uns schon sehr gefordert hat“, so fasste die Bürgermeisterin am Klostersee ihre Gedanken zusammen. Aktuell würden noch bis in den Herbst Wasserproben genommen, um die Eignung als Badesee zu prüfen. Bevor hier in Zukunft das Baden möglich werden könnte, stünden aber noch einige grundsätzliche Überlegungen an. Im Frühjahr sollen die Planungen weitergehen.

Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing, die Beigeordneten Jürgen Kuhlmann und Norbert Nießing sowie Burlos Ortsvorsteherin Maria Schulte an der Grundschule in Burlo. Fotos: E. Kremer

Nahezu abgeschlossen hingegen sind die Sanierungsmaßnahmen an der Astrid-Lindgren-Grundschule. Die Fassade wirkt nun wie aus einem Guss. Vier Klassenzimmer wurden angebaut, der Schulhof umgestaltet, die Lehrerparkplätze auf die Rückseite des Gebäudes verlegt, ein neuer Spielplatz geschaffen… Als „Blaupause für alle Schulsanierungen im Stadtgebiet“, bezeichnete Norbert Nießing das Ergebnis. Insgesamt seinen rund 4,5 Millionen Euro investiert worden.

Ein Kuriosum stellte Nießing den Teilnehmern der Radtour einige 100 Meter weiter vor. „Die Stadtgrenze verlief früher durch die Hedwigstraße. Die Häuser links lagen auf Südlohner Gebiet, die Häuser rechts auf Borkener. Das stellte nicht nur Postboten und Müllabfuhr vor Herausforderungen, die Anwohner mussten zum Beispiel auch Sondergenehmigungen einholen, um ihre Kinder auf die Burloer Grundschule schicken zu können.“ Seit 2020 ist damit Schluss, Borken und Südlohn einigten sich auf eine Flächentausch.

Auch das Forum Mariengarden, im Hintergrund zu sehen, ist nun in städtischem Besitz.

Am Kloster Burlo wurde noch einmal erläutert, warum die Stadt das Schulgebäude und das Forum Mariengarden gekauft habe. „Die Oblaten hatten signalisiert, dass sie das Objekt finanziell nicht mehr stemmen können. Doch die Schule wird gebraucht. Die private Trägerschaft bringt zudem finanzielle Vorteile“, erläutere Norbert Nießing. Allerdings habe sich auch der Trägeranteile der Stadt erhöht, ergänzte die Bürgermeisterin. Die Gebäude seien gut in Schuss, forderten aber dauerhaft auch Investitionen. „Ich bin aber froh, dass sich alle Fraktionen einstimmig für den Kauf ausgesprochen haben“, so die Bürgermeisterin.

Frank Koch vom Heimatverein (2.v.l.) begrüßte die Gäste am Heimathaus in Burlo: (v.l.) Stephan Ohlmeier, Norbert Nießing, Jürgen Kuhlmann, Maria Schulte und Mechtild Schulze Hessing.

Die Sommer-Radtour klang schließlich am Heimathaus Burlo aus, wo Frank Koch vom Heimatverein die Gäste begrüßte und Erläuterungen zum Gebäude-Ensemble gab.

Die Sommer-Radtour der Stadt fand im letzten Jahr erstmalig statt und führte damals nach Marbeck. Pressevertreter bekommen dabei Gelegenheit größere und tiefer gehende Themen aus Politik und Verwaltung vor Ort erläutert zu bekommen. Bei der heutigen Radtour standen auch Burlos Ortsvorsteherin Maria Schulte, der Fördertopf-Experte der Stadt, Stephan Ohlmeier, und Pressesprecherin Julia Lahann für Gespräche zur Verfügung. (kre)

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