Das Textilwerk wird zum Filmset

Dreharbeiten zur Webserie „Haus Kummerveldt“ in Bocholt.

Gruppenbild mit Leiche (Julius Heeke) in der umgestalteten Gesundheitsstation des Textilwerks: Regisseur Mark Lorei (v.l.), Drehbuchautorin Cecilia Röski, die Schauspieler Fabian Nolte (Hausdiener), Lisa Sophie Laurent (Krankenschwester), Milena Straube (Louise von Kummerveldt), Wolf Danny Homann (Dr. Büchner) und Produktionsleiterin Lotte Ruf. Foto: LWL

Bocholt. Die Spinnerei des Textilwerks Bocholt ist aktuell Drehort für die fiktive Webserie „Haus Kummerveldt“. Eine ganze Woche verbringt ein rund 20-köpfiges Team junger Filmemacher aus ganz Deutschland in der leerstehenden Gesundheitsstation des LWL-Industriemuseums. Nach vier Vorbereitungstagen, an denen sich die Räume in ein Krankenhauszimmer mit Seziertisch verwandelten, begannen am Dienstag die Dreharbeiten zur Pilotstaffel der Serie im Bocholter Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Handlung spielt im Münsterland

„Haus Kummerveldt“ handelt von weiblicher Emanzipation in der wilhelminischen Kaiserzeit. Die Hauptfigur Louise von Kummerveldt will frei von Zwängen und Konventionen als Schriftstellerin arbeiten und leben. Doch als adlige Frau ist ihr Handlungsspielraum in der patriarchalischen Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts enger geschnürt als das Korsett, das sie tragen muss. Das Drehbuch verfassten Schriftstellerin Cecilia Röski und Filmemacher Mark Lorei, der auch Regie führt. Die Handlung spielt im Münsterland, wo sich auch alle Drehorte befinden, darunter das Haus Welbergen in der Nähe von Ochtrup (Kreis Steinfurt), die Burg Vischering in Lüdinghausen und die Burg Hülshoff in Havixbeck (beide Kreis Coesfeld). Die Aufnahmen im Textilwerk bilden den Abschluss der insgesamt vierwöchigen Dreharbeiten.

Fiktion und Wissenschaft

Das noch verhältnismäßig junge Format der „Webserie“ sieht Regisseur und Entwickler Mark Lorei als Experimentierfeld. Für ihn ist „Haus Kummerveldt“ eine Kombination aus fiktionaler Unterhaltung und wissenschaftlichen Inhalten. Neben sechs Spielfilmepisoden von etwa 10 Minuten Länge, die Anfang 2020 ausgestrahlt werden sollen, werden sogenannte V-Logs produziert, die thematisch auf die Inhalte der Episoden zurückgreifen und die historischen Kontexte näher erläutern. Dazu kommen Making-of-Clips, Instagram-Stories und inszenierte Fotos. (lwl)