Die Impfung gegen COVID 19 rückt näher. der Kreis Borken richtet sein Impfzentrum in Borken auf dem interkommunalen Bauhof zwischen Velen und Gescher ein. Foto: AdobeStock

KREIS BORKEN. In NRW sollen schon bald 53 Impfzentren aufgebaut werden. Eines davon wird auf dem interkommunalen Bauhof des Kreises Borken auf der Grenze zwischen Gescher und Velen entstehen. Für den Bauhof gibt es gleich mehrere gute Gründe. Er liegt zentral im Kreisgebiet und ist über die A31 sowie mehrere Bundes- und Kreisstraßen bestens zu erreichen. Vor allem aber wurde er bei seiner Errichtung 2008 bereits multifunktional eingerichtet. „Wir haben hier anlässlich anderer denkbarer Szenarien damals schon ein Krisenzentrum geplant“, erklärte der Landrat. Die Halle sei im Eigenbesitz, lasse sich schnell möblieren und es gebe sogar ein Schleusensystem, der in einen sogenannten „weißen Bereich“ führe.

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Der würde bei der Einrichtung von Impfstraßen auch genutzt, erläuterte Dr. Michael Adams als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe. Die KV bemühe sich, zusätzliche Ärzte zu rekrutieren, z.B. Ruheständler. Darüber hinaus haben Hilfsorganisationen wie ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD und THW sowie die Feuerwehren und die Bundeswehr ihre Mitwirkung zugesagt. In den nächsten Tagen würden deren Einsatzfelder abgestimmt. Aufgaben gibt es genug, angefangen bei der Parkeinweisung über die Erfassung, Beratung und Impfung der Patienten bis hin zum Rettungsdienst, der bei gesundheitlichen Komplikationen eingreifen könne. Bis zu 1500 Personen könnten pro Tag geimpft werden bei einem Aufenthalt von ca. einer Stunde, so Landrat Zwicker.

Wann geht es los? Das ist noch unklar. Unter anderem, weil niemand weiß, wann die Impfstoffe zur Verfügung stehen und in welcher Menge. In einer ersten Tranche würden fünf Millionen Dosen erwartet. Die auf Westfalen-Lippe abfallende Anzahl würde bei einer nötigen Doppelimpfung 250.000 bis 300.000 Menschen bedienen können, schätzte Zwicker. Nach Vorstellungen des Landes, sollen die Impfzentren bis zum 15. Dezember installiert sein. „Das schaffen wir in jedem Fall“, so Zwicker.

Vertreter und Vertreterinnen des Kreises informierten heute über den Standort für das Covid-Impfzentrum. Foto: E. Kremer

Die ersten Impfungen werden aber wahrscheinlich gar nicht im Zentrum sondern an anderen Orten vorgenommen werden. Priorität hätten Impfungen von Patienten und medizinischem Personal in den Krankenhäusern. Die zweite Gruppe mit Vorrang seien die vulnerablen Einrichtungen. „Auf deutsch: Alten- und Pflegeheime“, so Zwicker. Auch dort solle die Impfung vor Ort geschehen. Der dritte Personenkreis in dieser Rangfolge sind ambulant betreute Personen. Hier ist das wahrscheinliche Szenario, dass mit mobilen Teams oder aufsuchenden Hausärzten gearbeitet wird. An vierter Stelle stünden sicherheits- und strukturrelevante Personen, – mit fortschreitender Zeit auch andere Gruppen“, sagte der Landrat. Diese und schließlich alle weiteren Impfwilligen können das Impfzentrum aufsuchen.

Dazu gehöre aber eine logistische „Meisterleistung“, wie Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster deutlich machte. Die zentrale Koordination werde beim Kreis erfolgen und müsse durch eine entsprechende EDV gestützt werden. Das Ganze sei ein lernender Prozess, in dem permanent Anpassungen vorgenommen würden, machte Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow deutlich. (kre)