Das St. Marien-Hospital in Borken sowie die anderen Standorte des Klinikums Westmünsterland sind auf weitere stationär zu versorgende Corona-Patienten vorbereitet. Foto: pd

Kreis Borken. Das Klinikum Westmünsterland versorgt in seinen Krankenhäusern aktuell noch eine überschaubare Anzahl an Patienten mit COVID-19, erwartet aber angesichts der Zuwächse der Infektionen in den kommenden Tagen weitere Fälle. Das berichtet Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums, heute Mittag (Donnerstag, 19.03.) in einer Mitteilung an die Presse. „Wir sind vorbereitet auf einen Anstieg an Patienten, die einer stationären Behandlung und gegebenenfalls einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen“, so Rodig.

Alle Corona-Patienten isoliert

„Wie bei dieser Erkrankung aktuell seitens der Gesundheitsbehörden festgelegt, sind alle Patienten isoliert und ohne anderen Patientenkontakt auf den Isolierstationen untergebracht. Die sonstige Patientenversorgung ist nicht betroffen“, heißt es in der Pressemeldung. Das Klinikum Westmünsterland stehe im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt des Kreises Borken und habe nach den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes entsprechende Präventions- und Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Kapazitäten frei gemacht

Wie bereits gemeldet, werden seit Montag, 16. März, alle planbaren Aufnahmen, Operationen und sonstigen Eingriffe an allen standortend es Klinikums abgesagt oder verschoben, um die nötigen personellen und materiellen Reserven für eine größere Zahl an zu versorgenden Patienten mit Virusinfektion zu schaffen und die Infektionsrisiken für nicht erkrankte Personen zu reduzieren. Mit Erfolg, wie das Klinikum betont. Die Zahl der freien Betten sei dadurch spürbar erhöht worden. Und man habe so mehr getrennte Unterbringungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten schaffen können.

„Die Verschiebung oder Absage geschieht, soweit es nach der Beurteilung durch den/die verantwortlichen Mediziner medizinisch vertretbar ist. Notfälle und nicht aufzuschiebende Eingriffe und Operationen werden in jedem Fall versorgt. Die Kliniken kommen nach wie vor ihrem Notfallversorgungsauftrag nach und die Geburtskliniken laufen in vollem Umfang weiter“, schreibt das Klinikum.

Medizinstudenten, Gesundheits- und Krankenpflegeschüler und Ruheständler mit geeigneter Fachausbildung in Medizin und Pflege könnten die Belegschaften bei ihrer Arbeit gerne verstärken. In Ahaus, Stadtlohn, Bocholt und Borken würden darüber hinaus verschiedene Maßnahmen geprüft, um die Intensivkapazitäten und auch die Beatmungsmöglichkeiten noch einmal zu erhöhen.

Maßnahmen akzeptieren

Es wird noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig die Akzeptanz von bislang nicht gekannten Maßnahmen wie Besuchsverbote, geschlossene Besuchercafés, ausgelagerte KV-Notfallpraxen oder Abstands- und Desinfektionsregeln sowie eine mögliche Teilquarantäne innerhalb des Krankenhauses sei. „Dies schützt Mitarbeiter wie Patienten und Angehörige gleichermaßen. Um die Krankenhäuser auch in den kommenden Tagen und Wochen funktionsfähig zu halten müssen wir alle diese besonderen Maßnahmen akzeptieren und ernst nehmen“, so das Klinikum. (pd/kre)