Zitronenfalter sind bereits sehr früh im Jahr unterwegs. Fotos: Stefan Leiding

KREIS BORKEN. Der ein oder andere wird ihn am Wochenende bereits gesichtet haben. Der Zitronenfalter gehört zu ersten Schmetterlingen, die bei steigenden Temperaturen wieder aktiv sind. Was ihn als „Frühstarter“ qualifiziert, das weiß Naturpädagoge Stefan Leiding aus Bocholt.

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„Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) sind recht robust und suchen keine Verstecke, wie andere Tagfalter. Diese verstecken sich in Holzspalten, auf Dachböden etc. Der Zitronenfalter macht das nicht. Er lagert Glyzerin in seinem Körper ein, so gefriert er nicht und kann bis zu minus 20 Grad überstehen“, erklärt der Schmetterlingsexperte. Außerdem scheide der Zitronenfalter zu Beginn der kalten Tage einen Teil seiner Körperflüssigkeit aus. „Er lässt praktisch alles Wasser ab, welches er nicht benötigt. Anschließend hängt er sich im Spätherbst unter Efeublätter, Brombeerblätter, oder auch an Grashalmen“, so Stefan Leiding.

Steigen im Februar oder März die Temperaturen, werde der Schmetterling wieder aktiv und begebe sich auf die Suche nach den ersten Frühblühern. Hierbei sei er nicht gerade wählerisch, weiß Leiding zu berichten. Das ändere sich aber bereits bei der nächsten Generation der Falter. Denn dann sei das Nahrungsangebot bereits ein wenig größer und die Falter würden dann rote und violette Blüten bevorzugen. „Gerne verweilen sie dann auch an warmen Stellen, um durch die Sonnenstrahlen Wärme zu tanken. Auffällig ist, dass sie dabei ihre Flügel nicht öffnen, sondern sich von der Seite wärmen lassen. Die Flügel der Weibchen sind eher blass und nicht so leuchtend, wie die der Männchen“, erklärt der Naturpädagoge.

Noch eine Besonderheit macht den Zitronenfalter aus. Er ist der Falter mit der längsten Lebensdauer. Zitronenfalter können dank einer eingelegten Sommerpause, in der sie ihren Stoffwechsel herunterfahren, über zwölf Monate alt werden. (pd/kre)