Redakteurin Sophia Tebrügge im Gespräch mit Josef Nubbenholt, Vorsitzender des StadtSportVerbandes Borken e.V.

Mehr als drei Monate haben Sportvereine jeglicher Sportarten mittlerweile geschlossen. Das hat nicht nur enorme Auswirkungen für die Mitglieder, sondern stellt auch die Vereine vor große Herausforderungen.

Doch wie sieht die aktuelle Lage in Borken aus? Wie geht es den Vereinen? Wie lässt sich Einzelsport aktuell organisieren? Und welche Langzeitfolgen können für die Vereine entstehen? Wir haben uns mit Hernn Nubbenholt, dem Vorsitzenden des StadtSportVerbandes Borken e.V. getroffen und nachgehakt.

Seit über drei Monaten haben Sportvereine jeglicher Sportarten geschlossen. Das hat nicht nur für die Mitglieder enorme Auswirkungen, sondern stellt auch die Vereine vor große Herausforderungen. Doch wie sieht die aktuelle Lage in Borken aus? Wie geht es den Vereinen, wie kann Einzelsport aktuell organisiert werden und welche Langzeitfolgen können für den Vereinssport zukünftig eintreten? Wir von HALLO fragt nach haben uns mit Herrn Nubbenholt, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes getroffen, und ihm diese Fragen gestellt.

Herr Nubbenholt, wie halten sich die Vereinsmitglieder fit? Gibt es Konzepte von den Vereinen, um ihre Mitglieder zu halten und die Belastung der Mitglieder zu verringern?

Wir wissen, dass sich Mitglieder zum Teil selbst organisieren – und zwar in zunehmendem Maße. Die Vereine selbst haben dort, wo es von der Sportart her möglich ist, auch Konzepte entwickelt, dass sie in Teilen Angebote ins Netz stellen oder Mitgliedern auf Wunsch gewisse Lehrleitfäden zur Verfügung stellen. 

Welche Möglichkeiten sehen Sie, Sport wieder zu ermöglichen und was würden Sie den Politikern raten?

Zunächst einmal: Sport im Freien, das hatten wir ja gerade diskutiert, findet durch Selbstorganisation in Teilen statt. Ansonsten ist alles das, was Gruppensport anbelangt, nicht zulässig und dürfen von den Vereinen auch nicht unterstützt werden.
Was ich Anderen raten würde, vor allem die Frage zielte ja auch in Richtung Politik – Dort sind wir in der glücklichen Lage, dass wir einen Sportentwicklungskreis in Borken haben, wo wir ständig mit der Politik und mit dem Rathaus im Austausch sind – und dort werden diese elementaren Fragen permanent diskutiert.

Abgesehen von den Auswirkungen für die Mitglieder. Welche Folgen und Ängste entstehen für die Vereine und deren Mitarbeiter?

Die sind teilweise dramatisch, weil wir konstatieren müssen, dass die Kurse im Bereich Breitensport/Kursangebote nicht stattfinden können und daraus ein unmittelbarer Erstattungsanspruch entsteht. Das heißt dort fallen die Geldanteile für die Vereine weg. Im Bereich Mitgliederschaft sieht es rechtlich etwas anders aus. Dort ist kein umittelbarer Erstattungsanspruch gegeben. Die Gelder bleiben zu Teilen dort. Aber was wir natürlich konstatieren müssen ist, es gibt teilweise Kündigungen, die sich gravierend in einzelnen Abschnitten auf den Haushalt von Vereinen auswirken. 

Welche Langzeitfolgen befürchten Sie im Sportbereich?

Langzeitfolgen werden sicherlich die gerade diskutierte Selbstorganisation von Sportlern, die wahrscheinlich zunehmen wird. Aber unter Langzeitfolgen verstehe ich auch, dass die Vereine ihre betriebswirtschaftlichen Dinge neu diskutieren und interpretieren müssen. Das heißt, so frei wie man früher vielleicht in Investitionen gegangen ist, wird man es nach Corona sicherlich nicht mehr machen können.

Was können die Vereine aus dieser Zeit für sich mitnehmen? Gibt es auch etwas Positives?

Es gibt vielleicht, wenn man das als positiv bezeichnen will, die Erkenntnis, dass man mehr denn je, vor dem Hintergrund von betriebswirtschaftlichen Verhalten bei Existenzfragen, künftig überlegen sollte, wie ich mich als Verein insgesamt aufzustellen habe und welche Bindungen oder Belastungen, wenn ich zum Beispiel an Kapitaldienste für Investitionen in Sportanlagen denke, ich künftig noch mit einem vielleicht etwas überschaubaren Risiko eingehe.