Erste Einsendungen mit dem #WeRemember sind schon eingegangen. Foto: pd

BORKEN. Das Forum Altes Rathaus (FARB) und Stefan Demming vom Atelier für kulturelle Angelegenheiten (AkA) wollen am Mittwoch (27.01.) von 17 bis 212 Uhr mit einer Video-Aktion außen am FARB und am 3Eck zum individuellen und kollektiven Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Begleitend dazu läuft eine Internet-Kampagne unter dem Hashtag „#We remember“ (Wir erinnern).

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Bei der internationalen Aktion sind Menschen aller Länder und Religionen aufgerufen, am Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ein Selfie ins Netz zu stellen und dabei ein Plakat hochzuhalten mit den schlichten Worten „#We remember“. Die Initiative soll ein “Aufstand gegen das Vergessen” und gleichzeitig ein Aufruf zum Erinnern sein. Mit einem Foto und dem Hashtag hatten bereits 2020 zahlreiche Politiker und Prominente ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Auch die Borkener sollen nun Selfies einsenden.

Diese werden in die beiden Videoinstallationen am Aktionstag eingebaut. An der Nordfassade der Hl Geist-Kirche zum De-Wynen-Platz wird eine großformatige Videoprojektion (ca. 8 Minuten) mit Fotos vom ehemaligen jüdischen Leben in Borken projiziert. Die historischen Aufnahmen zeigen Orte und Persönlichkeiten jüdischen Lebens in Borken bis zur Deportation 1941 und zum Teil darüber hinaus. Die verfolgten jüdischen Mitbürger, deren Schicksale recherchiert und in dem Buch „Die jüdischen Gemeinden in Borken und Gemen“ dokumentiert sind.

Als Pendant dazu ist währenddessen im 3Eck auf einem großen Bildschirm der Film “Ein Besuch in” von Stefan Demming von außen zu sehen. Der Film zeigt Bilder vom Besuch in “Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager (1940–1945)”, wie der offizielle Name der Gedenkstätte lautet. Am Ort des NS-Völkermordes an den Juden sowie den Sinti und Roma besuchen Menschen in Gruppen die ehemaligen Häftlingsbaracken. Menschen kommen, bleiben eine Weile und gehen wieder. Die Kamera folgt denen, die sich aufgemacht haben, den Ort zu sehen.

Beide Videoinstallationen werden durch die Selfies eingerahmt. Wer mit einem eigenen Foto mit #weremeber mitmachen möchte, kann noch heute am Montag (25.1.) ein Selfie im Querformat an mail@aka-anders .de schicken oder sich am Mittwoch über einen Post in den Sozialen Netzwerke beteiligen. Möglich sind auch kurze Videos von maximal drei Sekunden Länge, in denen die Teilnehmer ruhig das Schild zeigen. (pd/kre)