Reinhild Wantia, AIDS-Koordinatorin des Kreisgesundheitsamtes, informiert anonym, kostenlos und vertraulich zu allen Themen rund um HIV, AIDS und sexuell übertragbaren Infektionen (hier in einer nachgestellten Beratungssituation). Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie. Foto: pd

KREIS BORKEN. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und medikamentös behandelt, ist Aids vermeidbar und die Lebenserwartung nahezu normal. Nur 67 Prozent der weltweit Betroffenen haben aber einen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten – also etwa ein Drittel nicht. Der Welt-Aids-Tag, der jährlich seit 1988 am 1. Dezember stattfindet, soll für das Thema sensibilisieren und vor allem darüber aufklären. Gleichzeitig wird damit zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Abgrenzung aufgerufen.

Mit der richtigen medikamentösen Behandlung ist HIV als Erreger für Aids nicht mehr übertragbar. Die Zahl der Viren wird so stark verringert, dass sie nicht mehr messbar sind. “Sind die HI-Viren nicht mehr nachweisbar, kann HIV auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen werden. Mit den Worten ‚Nicht messbar = Nicht übertragbar! (N = N)‘ wird die Botschaft an Menschen mit und ohne HIV vermittelt”, erläutert Reinhild Wantia, Aids-Koordinatorin des Kreisgesundheitsamtes Borken. Dank der Behandlungserfolge leben Menschen mit HIV relativ beschwerdefrei und können an der Gesellschaft teilhaben, berufstätig sein, ihre Sexualität frei ausleben sowie auf natürlichem Weg Eltern werden. Wichtig sei die Verbreitung der Botschaft “N = N”, sodass möglichst viele Menschen dazu ermutigt werden, sich zu informieren und gegebenfalls testen zu lassen. “Nur wer von der Infektion weiß, kann von der Behandlung profitieren”, erklärt Wantia. Ebenso wichtig ist die Botschaft für die gesamte Bevölkerung: Obwohl viele wissen, dass HIV im Alltag und am Arbeitsplatz nicht übertragbar ist, verspüren sie Unsicherheiten im Umgang mit HIV-positiven Menschen.

Aufgrund der Corona-Pandemie finden zum Welt-Aids-Tag keine Präsenzaktionen statt. “Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie darf die Aufklärungs- und Beratungsarbeit zum Thema HIV und Aids nicht pausieren”, appelliert Wantia. Aus diesem Grund informiert die Aids-Koordinatorin auch in der aktuellen Situation anonym, kostenlos und vertraulich über alle Themen rund um HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen – natürlich im Rahmen der bekannten COVID-19-Schutzmaßnahmen. Zudem bietet sie Termine für anonyme Tests für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel Syphilis an. Jeder kann unter der Tel.: 0160/7211 679 einen Test- und Beratungstermin vereinbaren. Weitere Informationen und die Kontaktdaten gibt es unter: www.kreis-borken.de/aids oder per E-Mail: r.wantia@kreis-borken.de. (pd/kre)