In Leiningen wurden am Sonntag die Sachspenden aus Borken entladen. Foto: Gideon Kiefer

BORKEN. Zahlreiche Menschen haben am Wochenende Kleidung, Decken, Hygieneartikel, Tierfutter und Spielzeug für die Hochwasseropfer in NRW und Rheinland-Pfalz gespendet. Sie kamen unter anderem einem Aufruf des Borkener Spediteurs Gideon Kiefer nach, der am Sonntagmorgen einen 40-Tonner mit Sachspenden an den Nürburgring fuhr. „Der Auflieger war bereits Samstagvormittag voll“, berichtete Kiefer. Auch die Firmen Brokamp (Weseke) und Stenkamp (Raesfeld) konnten ihre Lkw zügig beladen und in die betroffenen Gebiete bringen. Kiefer konnte aber trotz vorheriger Absprache vor Ort nicht entladen, da die Helfer am Nürburgring nicht mit einer solchen Menge an Spenden gerechnet hatten. Nach mehreren Telefonaten sei man dann in das 80 Kilometer entfernte Leiningen gefahren. “Dort unterhalten die Feuerwehren ein zentrales Lager. Einsatzkräfte holen die benötigten Dinge nach Bedarf ab und bringen sie an die passenden Orte”, so Gideon Kiefer.

Aktuell wird kein Material mehr benötigt. Darauf machten bereits am Sonntag mehrere Stellen aufmerksam. Im Gegenteil, die Helfer vor Ort haben Schwierigkeiten die Mengen an Sachspenden zu bewältigen. Zudem sind die Zufahrten in die betroffenen Gebiete schwierig, da auch viele Straßen nicht passierbar sind. In keinem Fall sollen Privatleute sich auf den Weg machen, betonen die Behörden. Initiativen sollen Hilfe mit den betroffenen Kreisverwaltungen und Krisenstäben koordinieren.

Hochwillkommen sind Geldspenden. Sowohl der WDR wie auch die privaten Radiosender in NRW haben Spendenkontos eingerichtet oder veröffentlich z.B. unter https://www1.wdr.de/nachrichten/spenden-spendenkonto-betroffene-unwetter-schaeden-100.amp oder https://lichtblicke.de/unwetter-hilfe.

Ganz praktische Nothilfe leisten bereits seit Mittwochabend Einheiten der Feuerwehr Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Malteser-Hilfsdienstes (MHD), des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Sie übernehmen dort vielfältige Aufgaben bei der Soforthilfe und Evakuierung, beim Leerpumpen von vollgelaufenen Kellern sowie bei der Sicherung der Infrastruktur. Angefordert wurden sie insbesondere im Rahmen der vorgeplanten überörtlichen Hilfe über die Bezirksregierung Münster. Koordiniert wird der Einsatz der heimischen Einheiten über die Kreisleitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst im Borkener Kreishaus.

Landrat Dr. Kai Zwicker zeigte sich erschüttert von den schlimmen Folgen des Starkregens mit vielen Todesopfern, vermissten Personen, zerstörten Häusern und Straßen. Dies mache deutlich, wie wichtig die überörtliche Zusammenarbeit im Katastrophenschutz ist, erklärte er. Daher sei er den hiesigen Feuerwehren und Hilfsorganisationen mit ihren vielen, vor allem auch ehrenamtlichen Mitgliedern sehr dankbar für ihr großes Engagement im Interesse des Allgemeinwohls. Der hohe Ausbildungsstand komme nun beim aktuellen Einsatz im Rheinland der dortigen Bevölkerung zugute. Inzwischen sind insgesamt rund 330 Feuerwehrleute sowie Angehörige des DRK und des MHD aus dem Kreis Borken wechselweise vor Ort. Hinzu kommen Kräfte des THW und des DRK. (pd/kre)