Vor dem neuen Impfzentrum (v. l. n. r.): Landrat Dr. Kai Zwicker, Hanjo Groetschel (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Kreis Borken), Dr. Volker Schrage (2. Vorsitzender KVWL), Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow und Dr. Amin Osman (Leiter KVWL-Bezirksstelle)

KREIS BORKEN. Landrat Dr. Kai Zwicker und Dr. Amin Osman, Leiter der Bezirksstelle Borken der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), als Verantwortliche zeigten sich am Sonntagmittag gleichermaßen erleichtert wie zufrieden: “Bei unserem Stresstest mit rund 60 Freiwilligen im neuen ‚Impfzentrum für den Kreis Borken‘ auf dem Gelände des Interkommunalen Bauhofs an der Ortsgrenze Velen/Gescher hat alles funktioniert!” Gleichzeitig habe das Organisationsteam des Zentrums noch Erkenntnisse für die Nachschärfungen von einzelnen Abläufen gewinnen können. “Wir sind damit startklar für die anstehenden Impfungen”, erklärte der Landrat im Beisein von Dr. Volker Schrage. Der wiederum ist 2. Vorsitzender der KVWL, die gemeinsam mit dem Kreis Borken das Zentrum betreibt. “Die KVWL stellt die Ärzte und das medizinische Personal für die Zentren”, erläuterte Dr. Schrage und verwies darauf, dass sich bereits landesweit mehr als 10.000 Personen für diese Aufgaben gemeldet hätten.

In einer ersten Phase sollen nach der Impfstrategie des Bundes zunächst mobile Impfteams insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen tätig werden. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden dann im Zentrum selbst Impfungen durchgeführt. Daher sind derzeit auch noch keine Anmeldungen möglich.

Rund 60 Personen – darunter waren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die sich dafür gemeldet hatten – wurden im Rahmen des rund zweieinhalbstündigen Testlaufs durch das am Mittwoch fertiggestellte Impfzentrum geschleust. Durchlaufen mussten sie die Abschnitte Anfahrt und Parkplatzeinweisung, Zugangskontrolle und Registrierung mit Klärung Impfberechtigung, Termin und Infektionsanzeichen, den eigentlichen Impfbereich mit Aufklärung und simulierter Impfung sowie den Nachbeobachtungsbereich, der ähnlich wie bei Blutspende-Terminen angelegt ist. Getestet wurden auch das Hygienekonzept und die Barrierefreiheit der Einrichtung. Die Übungsbeteiligten übernahmen verschiedene Rollen und Aufgaben, um das Szenario zu einem echten Stresstest für das Personal werden zu lassen. Beispielsweise gab es “Impflinge” mit unterschiedlichen Handicaps und fehlenden Papieren oder Terminen.

Zufrieden zeigten sich auch Andreas Brinkhues vom Kreis Borken als organisatorischer Leiter des Impfzentrums und die beiden ärztlichen Leiter Jens Eisenack und Dr. Guido Euting. Landrat Dr. Zwicker dankte allen Beteiligten, vor allem den beim Aufbau und Betrieb des Impfzentrums tätigen Mitgliedern der Hilfsorganisationen ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD und THW. Auch die Feuerwehren und die Bundeswehr sind in die Aktivitäten eingebunden.

Große Informationstafeln im Eingangsbereich des Impfzentrums unterrichten die Besucher über die Abläufe.
Auch für Notfälle ist gesorgt.

Die Einrichtung in Nordvelen/Gescher ist eines von 53 Impfzentren in NRW, die von den Kreisen und kreisfreien Städten eingerichtet wurden. Im Impfzentrum für den Kreis Borken gibt es fünf “Impfstraßen” plus eine “Reservestrecke”. Unter “Volllast” – also bei einer vorgesehenen Öffnungszeit täglich von 8 bis 20 Uhr und bei entsprechend vorhandenen Impfstoffmengen – können dort täglich rund 1.500 Personen geimpft werden. In der ersten Impfwelle werden aber zunächst besondere Personengruppen in Alten- und Pflegeheimen u. ä. durch mobile Impfteams aufgesucht. Erst wenn Impfstoff auch für andere Gruppen verfügbar ist, wird auch das Impfzentrum genutzt. (pd/kre)