Politik und Verwaltung beschäftigen sich mit einer Nutzung des Klostersees als Naherholungsgebiet. Foto: pd

BURLO. “Unser Ziel ist es, den Klostersee in Burlo für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen”, hat Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing am Mittwochabend im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen deutlich gemacht. Viele Interessierte Bürgerinnen und Bürger, vornehmlich aus Burlo, verfolgten im großen Saal der Stadthalle Vennehof die Vorstellung der Zwischenergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Klostersees. “Der Klostersee bietet ein großes Naherholungspotenzial für die gesamte Bevölkerung”, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Um dieses Potenzial zu nutzen, stehe die Verwaltung im Dialog mit dem Eigentümer des Privatgeländes und versuche entsprechende vertragliche Regelungen herbeizuführen.

“Wir können uns gut vorstellen, einen Rundwanderweg um den See mit verschiedenen Balkonen zu Themen wie der Kloster-, Landschafts- und Seegeschichte oder einem Aussichtspunkt zu schaffen”, erläutert Jürgen Kuhlmann als Technischer Beigeordneter der Stadt Borken. Parallel dazu prüfe die Verwaltung zurzeit mit Unterstützung eines Ingenieurbüros Möglichkeiten einer Badenutzung: “Nach derzeitigem Erkenntnisstand eignet sich der Klostersee als Badegewässer. Jedoch müssen wir noch weitere umweltbezogene Vor- wie auch Wasserungsuntersuchungen durchführen, um die Realisierbarkeit möglicher Nutzungsvarianten belastbar beurteilen zu können.”

Konkret wurden von Jürgen Kuhlmann am Mittwoch drei Varianten vorgestellt. Während die erste Variante allein die Schaffung eines Rundwanderweges vorsieht, umfasst die zweite Variante einen kleinen Badebetrieb am südlichen Seeufer im Bereich der Rheder Straße mit einer nur geringen Infrastruktur (Parkplätze, sanitäre Anlagen und Umkleidemöglichkeiten). Variante 3 skizziert die Möglichkeiten eines großen Badebetriebes mit einem festen Umkleidegebäude und gegebenenfalls einer gastronomischen Nutzung. Alle drei Varianten können dahingehend ergänzt werden, dass am Klostersee Tiny Houseboats etabliert werden. Die erforderlichen Investitionskosten belaufen sich variantenabhängig und ohne Folgekosten nach ersten Schätzungen auf 1 bis 3,1 Millionen Euro.

“Die Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich Mitte 2022 fertiggestellt und konkrete Lösungswege für eine Nutzung des Klostersees für die Öffentlichkeit aufzeigen”, sagt Jürgen Kuhlmann. Welche Variante letztendlich umgesetzt wird, müsse im Stadtrat beraten werden.

“Bei allen Überlegungen ist es uns wichtig, Lösungen zu entwickeln, die den Wünschen und Interessen der Burloer Bürgerinnen und Bürger wie auch den Anliegern des Klostersees gerecht werden”, betont Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing. Um miteinander ins Gespräch zu kommen, plane man – sofern es die Corona-Pandemie zulasse – möglichst noch in diesem Jahr einen Vor-Ort-Termin in Burlo. Zugleich lädt die Bürgermeisterin die Bevölkerung ein, sich die im Ausschuss für Planen und Bauen vorgestellte Präsentation anzuschauen. Diese steht kostenlos zum Download bereit unter https://www.borken.de/bauplanung/aktuelle-planungen.html.

“Eine Nutzbarmachung des Klostersees für die Öffentlichkeit wäre ein Gewinn für ganz Borken”, sagt Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing. Zugleich betont sie, dass sich Zustände wie im vergangenen Sommer, als sich die Stadt Borken aufgrund der massiven Nichtbeachtung des aktuellen Badeverbotes und der Corona-Schutzvorschriften dazu gezwungen sah, die drei Hauptzugänge zum See zu sperren und einen privaten Sicherheitsdienst zu beauftragen, nicht wiederholen dürfen: “Ich appelliere ausdrücklich an die Vernunft aller Bürgerinnen und Bürger.” Losgelöst davon, prüfe die Verwaltung präventive Maßnahmen wie die Errichtung einer Zaunanlage am Südufer. (pd/kre)