SportSchloss schließt zum Jahresende

"Entscheidung ist unternehmerisch unumgänglich"

Das SportSchloss Velen schließt zum Jahresende.

Im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung informierten Jakob Graf Landsberg-Velen und der Geschäftsführer der SportSchloss Velen GmbH Ralf Groß-Holtick die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotels heute über die Betriebsschließung zum Jahresende. Am 21. Dezember werden die letzten Gäste verabschiedet und das Hotel sowie auch das Restaurant Querbeet für immer geschlossen. Graf Landsberg bedauerte diese Entscheidung, die nach seinen Worten unternehmerisch unumgänglich ist.
Auch die umfangreichen Investitionen der letzten Jahre haben nicht den beabsichtigten und gewünschten Erfolg erbracht. Graf Landsberg-Velen: „Die Anlage macht zwar einen sehr guten Eindruck, aber eine schöne Anlage ist für ein Unternehmen nicht genug, um langfristig zu bestehen. Denn parallel zu den gestiegenen Umsätzen sind die Kosten in einem Maße explodiert, dass auf absehbare Zeit nicht mit einer Trendwende und positiven Jahresergebnissen gerechnet werden kann. Sich weiter verschärfende Rahmenbedingungen im Umfeld sorgen für ein Übriges. Das Hotel schafft es daher trotz eines starken allgemeinen Wirtschaftsumfeldes nicht, finanziell auf gesunden Beinen zu stehen und benötigt auf lange Sicht finanzielle Unterstützung aus den anderen Betriebsteilen, um alle seine Verpflichtungen erfüllen zu können. Eine Insolvenz wäre daher langfristig die sichere Konsequenz, ist derzeitig jedoch kein Thema.“
Um das Familienvermögen nach 30 Jahren insgesamt nicht weiter zu belasten und zu gefährden, traf Graf Landsberg-Velen schweren Herzens die Entscheidung zur Betriebsschließung.
Von der Betriebsschließung sind 132 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 20 Auszubildende, betroffen. „Es sind alles sehr gute Mitarbeiter, die in dieser Branche und dem wirtschaftlichen Umfeld sehr gute Chancen auf eine Neuanstellung haben“, betonte er.
Die SportSchloss Velen GmbH wird ihre Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Lieferanten erfüllen. Letztere werden in den nächsten Tagen per Brief über die Betriebsschließung informiert. Gespräche mit möglichen Arbeitgebern insbesondere für die Auszubildenden werden bereits geführt und sollen im November schon Perspektiven aufzeigen.

Dass das Schloss und das Hotel für den Ort Velen und seine Bürger eine hohe Bedeutung haben, sei ihm bewusst, sagte Graf Landsberg-Velen. Auch deshalb habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Seit 1988 wurde in Velen das Vier-Sterne-Superior Hotel mit 102 Zimmer und Suiten und 21 Veranstaltungsräumen betrieben. Schloss Velen war damals von der Familie Landsberg-Velen mit Mitteln aus dem Verkauf einer Immobilie in Frankfurt umfangreich zu diesem Zweck umgebaut worden. Mit dem 1988 gewählten Slogan „Mehr Freude am Leben“ und der Kombination von Sport und Schloss sollte eine Nische besetzt werden, um in der umkämpften Tagungshotellerie ein Alleinstellungsmerkmal zu besetzen. Graf Landsberg-Velen: „Leider ist dies nur begrenzt gelungen.“
Graf Landsberg-Velen bedankte sich bei allen Mitarbeitern für ihr Engagement, ihre Loyalität und die Verbundenheit mit dem Unternehmen und der Familie Landsberg-Velen, namentlich beim Geschäftsführer der SportSchloss Velen GmbH Ralf Groß-Holtick und dem Hoteldirektor Ludwig Müller.
Wie es mit der Immobilie Schloss Velen weitergeht, kann derzeit noch nicht gesagt werden.