Aktivitäten, wie Lesen, Malen oder Musizieren, können helfen, dass man die Isolation während der Corona-Krise gut übersteht. Foto: Pixabay/Kaboompics

KREIS BORKEN. Die Corona-Pandemie stellt derzeit viele Menschen vor Probleme und neue Herausforderungen. Quarantäne und Kontaktverbote schränken das Leben an vielen Stellen erheblich ein. Die gegenwärtige Situation kann sehr belastend sein und zu psychischem Stress, Angespanntheit, Kontrollverlust, Unsicherheit und Ängsten führen. In dieser Krisensituation ist es entscheidend, die seelische Balance aufrecht zu erhalten und die Selbstfürsorge in den Fokus zu rücken.

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Borken gibt hier einige Anregungen, wie die Anpassung an die neue Lebenssituation gelingen kann und sich psychischer Stress abbauen lässt:

  • Solidarität: Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft schützen insbesondere den schwächeren und älteren Menschen. Mit unserem Handeln nehmen wir die soziale und gesellschaftliche Verantwortung wahr und erleben so unsere Selbstwirksamkeit.
  • Tagesstruktur: Entwickeln Sie möglichst eine Tagesstruktur, die sich an die neuen Lebensumstände anpasst. Eine aktive Tagesgestaltung wirkt der erlebten Hilflosigkeit entgegen. Entwickeln Sie neue Hobbys in den eigenen vier Wänden oder beschäftigen Sie sich mit neuen Projekten. Bewegung an der frischen Luft oder im häuslichen Umfeld fördert das seelische Gleichgewicht.
  • Medienkonsum: Vermeiden Sie Überforderung durch eine Flut an Informationen und angstmachende Falschmeldungen. Versuchen Sie bewusst über seriöse Quellen Informationen zu den aktuellen Geschehnissen zu konsumieren.
  • Soziale Kontakte: Soziale Kontakte geben Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität. Aufgrund der Kontakteinschränkungen nutzen Sie die vorhandenen Möglichkeiten wie Telefon, Chats, Briefe, um Ihre Kontakte auch weiterhin zu pflegen. Lassen Sie auch immer positive Inhalte einfließen.
  • Entspannung und Achtsamkeit: Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen können Ängste und depressive Stimmungszustände reduzieren und die seelische Balance stärken. Zwei Beispiele:

1. Stellen Sie sich an ein geöffnetes Fenster, auf den Balkon, auf die Terrasse. Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief und genussvoll die frische Frühlingsluft mit der Nase ein und wieder aus. Atmen Sie bewusst alle schlechten Gefühle und Gedanken aus. Ihre emotionalen Zentren werden dabei positiv stimuliert. Sie können währenddessen auch Ihre Hand auf Ihr Herz legen: Diese Berührung aktiviert den Nervus vagus und stärkt die Zuversicht, beruhigt und vertreibt Angst und Verzagtheit.

2. Eine weitere kurze aber effektvolle Übung, insbesondere bei Belastung und Unsicherheit, ist das “Brust klopfen”: Nehmen Sie Ihren Kopf ein wenig hoch, richten Sie Ihr Brustbein ein wenig auf und klopfen Sie leicht mit flachen Händen im Rechts-Links-Rhythmus auf den oberen Teil Ihres Brustkorbes. Das geht im Stehen, im Sitzen und im Liegen.

(Quelle: “Alles Gut – Das kleine Überlebensbuch”, Dr. med. Claudia Croos-Müller)

  • Emotionen: Angst, Unsicherheit, Stress oder Überforderung beeinträchtigen das seelische Gleichgewicht. Geben Sie Ihren Emotionen Raum durch Kreativität wie Schreiben, Malen oder Musizieren. Auch Bewegung oder sportliche Aktivitäten können hilfreich sein.

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Borken bietet in der aktuellen Situation Beratung per Telefon unter 02861/82-1077 und E-Mail: t.hoeing@kreis-borken.de an. Die dortigen Mitarbeiter sind montags bis donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8.30 bis 13 Uhr erreichbar. (pd/vr)