Theresa Gesmann und Johanna Bruns holten sich jetzt Tipps, wie sie in der Jugendburg Gemen einen Escape-Room einrichten können. Spieleentwickler Matthias Hecking (Bild unten) gab Hilfestellung bei der Entwicklung der Geschichte. Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

GEMEN. Eine magische Formel fürs Rätselerfinden gibt es nicht. Das wäre zu einfach. „Aber man kann sich schon ein paar Tipps aus Büchern oder dem Internet holen“, beruhigt Matthias Hecking das gerade gegründete Escape-Room-Team der Jugendburg Gemen. Der Recklinghäuser muss es wissen, hat er sich doch zusammen mit Winfried Hachmann den erfolgreichen Escape-Room „Der Löwe von Münster“ ausgedacht, der mit dem Leben von Clemens August Kardinal von Galen im vergangenen Jahr durchs Bistums Münster getourt ist. Einen solchen thematischen Raum, in dem Spieler in einer vorgegeben Zeit mit Köpfchen, Fantasie und Kombinationsgabe ein Rätsel lösen müssen, soll es nach der coronabedingten Schließung auch auf der Jugendburg Gemen geben. Burgkaplan Ralf Meyer und die beiden Freiwilligen Theresa Gesmann und Johanna Bruns holten sich dafür jetzt Tipps bei Matthias Hecking.

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Es darf auf keinen Fall zu schwer sein, aber auch nicht langweilig. Es soll für Verwirrung sorgen, aber nicht überfordern. Und Spaß muss es natürlich machen. Der professionelle Spieleentwickler Hecking hat gleich eine ganze Liste von Vorgaben mitgebracht, die das Burgteam beim Rätselerfinden beachten sollte. „Am besten ist, man stellt einen Bauplan mit einer Grundstruktur auf“, hilft Hecking den Escape-Room-Greenhorns auf die Rätselspur… Und diesen gelte es immer im Kopf zu haben. Kognitive und motorische Aufgaben sollten sich abwechseln. Und auch die bloße Beschaffung von zeitgemäßen Utensilien für die Raumgestaltung dürfe nicht unterschätzt werden.

Wenn nichts passiert, weiß Hecking, werden die Spieler nervös: „Sie brauchen kleine Erfolgserlebnisse.“ Dabei spielt auch die Zeit eine Rolle. Nach einer Stunde muss Schluss und des Rätsels Lösung gefunden sein, betont Hecking und fügt an: „Dafür sollte einen Plan B haben, um im Notfall mit kleinen Hinweisen das Spiel anzukurbeln.“ Um sich beim Spieleentwickeln nicht zu verzetteln, schreibt der Fachmann die wichtigsten Schritte auf. Daran können sich Burgkaplan Meyer und die beiden Freiwilligen entlanghangeln. Alle drei haben übrigens Escape-Room-Erfahrung und sind selbst begeisterte Spieler.

Die Idee für einen Escape-Room ist im Lockdown gekommen: „Wir wollten die Zeit ohne Gäste irgendwie sinnvoll nutzen“, sagt Meyer. Platz genug gibt es auf der Burg. Das Team würde das neue Angebot gerne in der Orangerie umsetzen. Der Raum im Obergeschoss wäre ideal. Unten könnten die Gruppen sich sammeln und würden eine Einweisung bekommen. Neben dem spielerischen Aspekt soll es im geplanten Escape-Room auf der Jugendburg selbstverständlich noch um mehr gehen: „Der Spaß ist das Eine, aber wir wollen auch zum Nachdenken anregen: Was ist für dich in deinem Leben wichtig? Worauf kommt es an? Wem vertraust du?“, nennt Kaplan Meyer nur einige Fragen, auf die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 13 und 20 Jahren eine Antwort finden sollen.

Am Ende des eintägigen Workshops mit Matthias Heckmann wissen Burgkaplan Meyer, Theresa Gesmann und Johanna Bruns, worauf sie zu achten haben. Jetzt heißt es, eine Geschichte entwickeln. Nach Ende der Corona-Pandemie, so der Plan, soll der Escape-Room an den Start gehen. Immerhin, die Hauptfigur, um die es im Rätsel gehen soll, steht fest: Schlossgeist Cordula… (pd/kre)