Hubert Buß (Sparkassenstiftung), Bürgermeisterin Mechtild Schulze-Hessing, Leihgeber Christian Ortwin Wolters, Museumsleiterin Dr. Britta Kusch-Arnold und Mesquita-Expertin Uta Rosenbaum begleiteten den Presserundgang durch die aktuelle FARB-Sonderausstellung. Fotos: Ewald Kremer

BORKEN. Das Forum Altes Rathaus Borken (FARB) zeigt seit heute (11.12.) die große Sonderschau „Samuel Jessurun de Mesquita Fantasien“. Sie ist gleich zweifach außergewöhnlich. Zum einen stellt sie Zeichnungen und Lithografien von Samuel Jessurun de Mesquita (1868 – 1944) vor, die zum Teil noch überhaupt nicht öffentlich zu sehen waren. Zum anderen gibt es einen ganz unmittelbaren Bezug zur Kreisstadt. Denn die Bilder stammen allesamt aus dem Fundus des Borkeners Christian Ortwin Wolters, der seit über 40 Jahren Werke von Samuel Jessurun de Mesquita sammelt und nach eigenen Angaben rund 450 Bilder des Niederländers zusammengetragen. Die Sparkassenstiftung für den Kreis Borken leistete finanzielle Unterstützung.

Mesquita gilt als einer der wichtigsten niederländischen Künstler der Moderne. Er war ein ausgezeichneter Grafiker und hinterließ ein umfangreiches Schaffen. 1944 wurde sein Amsterdamer Atelier durch die Nationalsozialisten verwüstet. Er und seine Familie, sephardische Juden, wurden Opfer der Shoa. Ein Großteil seiner Werke konnte aber durch seine Schüler gerettet werden, darunter auch der berühmte M.C. Escher. Einige Bilder in der aktuellen Ausstellung zeigen noch Spuren der Verwüstung, die die Nazi-Schergen hinterließen. Christian Ortwin Wolters hat sie absichtlich nicht restaurieren lassen, um auf das dahinterstehende Drama aufmerksam zu machen.

Die Ausstellung im FARB zeigt zum einen filigran gefertigte Tier- und Pflanzenbilder, mit denen Mesquita schon zu Lebzeiten Bekanntheit erlangte. Namensgebend für die Ausstellung waren aber die bisher weniger bekannten, satirisch-grotesken „Fantasien“ des Künstlers. Sie zeigen menschliche Gesichter und Figuren, die häufig in Beziehungen zueinander gesetzt werden. Den Inhalt der „Kommunikation“ zwischen den Figuren zu deuten, bleibt dem Betrachter überlassen.

Die Ausstellung kann bis zum 24.4.2022 besucht werden, Zugang nur mit 2G-Nachweis. Geöffnet ist dienstags und mittwochs von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr, freitags, samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr. Montags ist das FARB geschlossen. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen (auch auf Niederländisch), Vorträgen und Workshops für Kinder und Erwachsene. Das Programm findet man auf https://farb.borken.de. (kre)