Rote Rosen setzen Zeichen für Erfolg

"Patient Blood Management im Klinikum Westmünsterland": Fremdblutgabe um mehr als 20 Prozent reduziert / Info-Aktion am heutigen „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ (17. September)

Dem Klinikum Westmünstreland ist es gelungen, im Rahmen des "Patient Blood Management" mehr als 20 Prozent an Blutkonserven einzusparen. Foto: AdobeStock/Christian Schwier

Kreis Borken. Bei medizinischen Notfällen, Unfällen oder schweren Operationen sind Bluttransfusionen unersetzlich und retten Menschenleben. Jede Bluttransfusion ist für den Körper aber auch vergleichbar mit einer „Mini-Transplantation“ und birgt damit Risiken. Im Rahmen des sogenannten „Patient Blood Management“ ist es dem Klinikum Westmünsterland gelungen, mehr als 20 Prozent an Blutkonserven einzusparen – das entspricht über 1.200 Blutkonserven pro Jahr. Für jede eingesparte Blutkonserve wird am heutigen internationalen “Tag der Patientensicherheit” (17. September) im Rahmen einer kreisweiten Aktion an den Klinikstandorten des Klinikums Westmünsterland eine rote Rose an die Patienten und Mitarbeiter verteilt.

„Als wir gestartet sind, hatten wir uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, jährlich rund 1000 Blutkonserven einzusparen. Das wir dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen haben, macht uns schon sehr stolz. Der Dank gilt hier dem großen Engagement unserer Mitarbeiter.“

Chefarzt Dr. Olaf Baumhove, Projektleiter des Patient Blood Managements im Klinikum Westmünsterland

Ehrgeiziges Ziel deutlich übertroffen

Diese hatten durch verschiedene Maßnahmen wie die Behandlung von Blutarmut vor einer Operation, besonders blutsparende Operationstechniken, das Sammeln, Aufarbeiten und Zurückgeben von Wundblut während einer Operation sowie die Reduzierung der Blutmengen bei Blutabnahmen für Laboranalysen dazu beigetragen, dass auf mehr als jede fünfte Fremdblutgabe verzichtet werden konnte.

Positive Auswirkungen für die Patientensicherheit

Welche positiven Auswirkungen in Sachen Patientensicherheit die Maßnahmen haben könnten, zeigt eine im Februar 2017 veröffentlichte Untersuchung über die Ergebnisse eines solchen Programms in Australien. Nachdem in sechs Jahren mehr als 600.000 Patienten nach den neuen Richtlinien behandelt worden waren, zeigte sich ein Rückgang der Krankenhaussterblichkeit um 28 Prozent. Es gab 21 Prozent weniger Krankenhausinfektionen, 31 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Blut ist die kostbarste Flüssigkeit der Welt“, erklärt Baumhove, „angesichts des möglichen Risikos durch eine überflüssige Gabe
von Blut sollte es als Medikament mit klarer Indikation und relevantem Nebenwirkungsspektrum gesehen werden“. Richtig eingesetzt, sei Spenderblut aber nach wie vor ein unverzichtbares Hilfsmittel mit Lebensretterqualität, so der Projektleiter. (kwml)