Ressourcen- und Umweltschonung in der Spinatproduktion

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen startet europäisches LEADER-Projekt in Borken

Die Leader-Projektgruppe traf sich jetzt auf einer Spinat-Anbaufläche in Grütlohn. Foto: LWKNRW

Borken. Nachhaltig orientierte Landwirtschaft und Grundwasserschutz gehen in Nordrhein-Westfalen Hand in Hand. In einem einzigartigen europäischen Forschungsprojekt haben sich unter Federführung der Landwirtschaftskammer NRW, Landwirte aus dem Münsterland, das lebensmittelverarbeitende Unternehmen „iglo“, die „Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH“, das düngemittelproduzierende Unternehmen „Yara“ sowie die Hochschule Osnabrück für eine Reihe von Feldversuchen zusammengefunden. Ziel des Projektes ist die Optimierung der Stickstoffdüngung, um so die mögliche Nitratauswaschung zu reduzieren. Damit werden sowohl das Grundwasser geschützt, als auch die ertragsreichen Ackerböden im Münsterland langfristig für eine nachhaltig orientierte Landwirtschaft für zukünftige Generationen erhalten.

3000 Hektar Spinat in der Region

Bei dem LEADER-Projekt handelt es sich um ein europäisches Förderprogramm des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mit Vorbildcharakter. Die Hälfte der Finanzierung des Projektes wird von den Projektpartnern getragen. Den Startschuss für die Aktivitäten erfolgte nun auf Hof von Thomas Foing in Borken. Die spinatanbauenden Landwirte sind vertreten durch den Verein zur Förderung des Feldgemüseanbaus Westmünsterland e.V. Dr. Peter Epkenhans, Geschäftsführer und Landesbeauftragter der Landwirtschaftskammer NRW, betont die Bedeutung des Spinatanbaus für die regionale Landwirtschaft. Neben einer Vielzahl von Gemüsesorten umfasst allein der Anbau von Spinat in der Region eine Fläche von rund 3000 Hektar. Die sandigen Böden im Münsterland bieten dabei beste Voraussetzungen. Allerdings besteht bei sandigen Böden und dem Anbau von gemüsebaulichen Kulturen mit einem hohen Stickstoffbedarf ein erhöhtes Risiko zur Nitratauswaschung in das Grundwasser. Der Spinat ist in der Nährstoffaufnahme auf die circa obersten 30 Zentimeter der Ackeroberfläche begrenzt, was das Auswaschungsrisiko vor allem durch Starkregenereignissen erhöht.

Vom Feld ins Tiefkühlfach

Wichtigster Großabnehmer in der Region ist das Lebensmittelunternehmen „iglo“. Vom Feld wird das Feingemüse erntefrisch an das lokale „iglo“-Werk in Reken geliefert um dort unter anderem zum Tiefkühl-Spinat mit dem bekannten „Blubb“ verarbeitet zu werden. „Das Projekt“, so iglo-Landwirtschaftsexperte Florian Schwarzkopf, „unterstreicht unsere Zielsetzung für mehr Nachhaltigkeit“. Regionaler Gemüseanbau stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region dar.
Die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft unterstützt das Projekt mit einem besonderen Focus zum Thema Wasserschutz. Weitere wissenschaftliche Begleitung der Feldversuche erfolgt durch die Hochschule Osnabrück. In 2020 sollen dann wertvolle Erkenntnisse und Ergebnisse vorliegen, die nicht nur der Landwirtschaft im Münsterland zu Gute kommen. (lwknrw)