"Sichtbarkeit schafft Sicherheit": Die Polizei hat jetzt 300 Sicherheitswesten im Kreis Borken verteilt und dabei viele Gespräche mit Radfahrern und Fußgängern geführt. Foto: Polizei

KREIS BORKEN. Im Scheinwerferlicht leuchten sie weithin sichtbar hell auf. 300 gelbe Westen sorgen ab sofort dafür, dass ihre Träger sicherer in der Dunkelheit unterwegs sind. Das Team der Verkehrsunfallprävention der Kreispolizeibehörde Borken hat sie in den vergangenen Tagen verteilt.

Im Fokus standen dabei schwächere Verkehrsteilnehmende. “Wir haben an stark befahrenen Stellen gezielt Radfahrer und Fußgänger angesprochen, die im Verkehr nicht so gut zu sehen waren”, berichtet Polizeihauptkommissarin Heike Kormann, Leiterin des Präventionsteams bei der Direktion Verkehr. Was sie besonders freut, ist die Akzeptanz der Aktion: In den allermeisten Fällen hätten sich die Betroffenen über die Westen gefreut und sie sofort übergezogen. Zudem entwickelten sich dabei viele gute Gespräche, in denen die Polizei ihr Anliegen verdeutlichen konnte.

Dafür sorgt auch die Botschaft, die auf der Rückseite der Westen prangt: “Lass Dich mal sehen! Denn Sichtbarkeit schafft Sicherheit.” Mit diesem Slogan sind die Präventionsexperten jetzt nicht zum ersten Mal in die Öffentlichkeit gegangen: Der Appell findet sich auch auf Brötchentüten, die im Herbst mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren ihren Weg über Bäckertheken zu den Adressaten gefunden haben.

Diese Aktionen reihen sich ein in ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Denn die Sicherheit der Rad- und Pedelecfahrenden stellt einen Schwerpunkt in der Arbeit der Kreispolizeibehörde dar. Immer noch viel zu hoch sind die Zahlen jener Verkehrsunfälle, an denen Radfahrende und in besonderer Weise Pedelecfahrende beteiligt sind – im Kreis Borken auch deshalb, weil hier überdurchschnittlich viele Menschen die Zweiräder gerne als Verkehrsmittel nutzen. Das Präventionsteam hat unterschiedliche Ansätze verfolgt: So warnen Aufkleber auf Hunderten von Lastwagen und Bussen davor, als Zweiradfahrer nicht in den Toten Winkel der großen Fahrzeuge zu geraten. Auf zahlreichen Radwegen mahnen neu aufgebrachte Graffitis, nicht als “Geisterradler” gegen die erlaubte Verkehrsrichtung unterwegs zu sein. In einem Videofilm schafft es das Puppenspiel als Medium, in berührender Weise deutlich zu machen, dass Helme Leben schützen können. Als Reaktion auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat das Team auch bei der Verkehrserziehung neue Wege beschritten: In mehreren selbst produzierten Videos erfahren Grundschulkinder, wie sie sich mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr bewegen.

Nicht zuletzt haben die Beamtinnen und Beamten immer wieder den Kontakt zu den Menschen gesucht, auch wenn in Zeiten der Pandemie die Infostände auf Märkten und an Ausflugszielen nur unter Auflagen zu verwirklichen sind. Die Präventionsarbeit der Polizei findet ganz bewusst vielfach eben auch dort statt, wo die Gefahr real existiert – vor Ort im Straßenverkehr. In diesem Zusammenhang spielen auch die regelmäßigen Kontrolltage eine Rolle, die zu Stoßzeiten in mehreren Kommunen des Kreises Borken durchgeführt wurden: Die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheitsarbeit der Kreispolizeibehörde – neben ihren laufenden Kontrollen im polizeilichen Alltag von der morgendlichen Schulwegsicherung bis zum nächtlichen Kontrollieren von Rad- und Pedelecfahrenden. Und vielleicht leuchtet den Beamten im Scheinwerferlicht auch einmal das helle Gelb der neuen Sicherheitswesten entgegen, die ihre Kollegen jetzt verteilt haben. (pd/kre)