Pflegekräfte bekommen derzeit viel Beifall, benötigen aber vor allem besser Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Foto: AdobeStock

Zum Internationalen Tag der Pflege am heutigen 12. Mai fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), Lehren aus der Corona-Krise zu ziehen. Die aktuelle Corona-Situation werfe ein Schlaglicht auf Missstände in der Arbeitssituation verschiedener Branchen. Dies gelte ganz ausdrücklich für die Pflege. Das hätten die vergangenen Wochen deutlich gemacht.

„Die angespannte Situation zeigt sich gerade auch bei den Schwierigkeiten, Einrichtungen wieder für Besuche von Angehörigen zu öffnen und dabei einen verlässlichen Infektionsschutz für Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende und Gäste sicherzustellen“, schreibt die BAGSO in einer Presseerklärung. Es fehle nicht nur an Material, sondern es brauche zusätzliches Personal, das sich um das Besuchermanagement kümmern kann. Eine notorische Unterbesetzung führe schon in Normalzeiten in zahlreichen Heimen zu einer unzumutbaren Arbeitsbelastung. „Das muss sich ändern. Dazu gehört vordringlich, für eine Wertschätzung des Pflegeberufs zu sorgen. Diese zeigt sich auch in einem angemessen guten Arbeitslohn, der den Aufgaben und der Verantwortung von Pflegekräften gerecht wird“, so die Seniorenorganisation.

„Bonuszahlungen sind gut, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt der Vorsitzende der BAGSO, Franz Müntefering. Es brauche einen verbindlichen Tarifvertrag für die Branche, der flächendeckend gilt, und dafür eine gewerkschaftliche Organisation der Beschäftigten. „Nur so wird für junge und auch ältere Frauen und Männer, die als Pflegende für Menschen arbeiten wollen, deutlich, dass dies ein Beruf ist, der als wesentlich für das Gelingen unserer Gesellschaft gesehen und auch entsprechend entlohnt wird. Ein Beruf mit Zukunft.“

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, der genau 200 Jahre zurückliegt. Zudem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2020 zum weltweiten Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen erklärt. (pd/kre)