Zeigten sich angetan vom Elektrobus (v.r.n.l.): Landrat Dr. Kai Zwicker, Kreis-Verkehrsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow, RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns und sein Mitarbeiter Norbert Bitterschulte sowie Alexander Schafeld vom Bushersteller VDL. Foto: pd

KREIS BORKEN. Elektrisch oder Wasserstoff – dies sind zwei Möglichkeiten, den Busverkehr im Kreis Borken weg von fossilen Brennstoffen noch klimafreundlicher zu gestalten. Die RVM Regionalverkehr Münsterland GmbH stellt sich der Aufgabe und hat für diesen Zweck schon seit Längerem eine Arbeitsgruppe installiert, die sich mit alternativen Antriebstechnologien befasst. “Innovative Antriebe haben Vorteile, stellen uns aber bei näherem Hinsehen vor einige Herausforderungen”, so RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns. So sind Busse im Regionalverkehr auf längeren Strecken unterwegs, sodass Fahrzeuge mit ausreichender Reichweite vonnöten sind. Bis zu 500 Kilometer am Tag sind da keine Seltenheit.

Ein Elektro-Fahrzeug mit größerer Reichweite hat die RVM nun dem Kreis Borken vorgestellt. Der vollelektrische Citea hat eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern, seine Batteriekapazität beträgt 288 KWh. Jetzt lud das kommunale Verkehrsunternehmen Landrat Dr. Kai Zwicker und Verkehrsdezernentin zu einer Probefahrt ein. “Wir entwickeln unsere Fuhrparkstrategie in enger Abstimmung mit unseren Eigentümern weiter”, erläutert Pieperjohanns. Derzeit kommen bei der eigenen Flotte der RVM ausschließlich Busse mit den hohen Umweltstandards EURO V und EURO VI zum Einsatz. Bei Elektrobussen muss auch bedacht werden, dass eine entsprechende Ladeinfrastruktur aufgebaut werden muss. “Bei dem Modell können die Batterien an Schnellladestationen binnen 20 Minuten auf 60 Prozent der Ladekapazität gebracht werden”, führt Pieperjohanns weiter aus. Es sei im großstädtischen Umfeld deutlich einfacher, an die Enden einer Linie Ladestationen aufzubauen.

Landrat Dr. Kai Zwicker zeigte sich von dem Testfahrzeug angetan: “Der Fahrkomfort ist überzeugend, auch, weil der Bus so leise ist.” Ob allerdings klassische Elektrobusse oder Wasserstoff-Fahrzeuge zum Zuge kommen werden, wird die RVM in Abstimmung mit den Kreisen ausführlich beleuchten. Für eine Umstellung des Fuhrparks sind dann alle Vor- und Nachteile auch unter Berücksichtigung der Kosten abzuwägen. Die Flotte der RVM umfasst 157 Busse, davon 14 am Betriebshof Stadtlohn.

Dr. Elisabeth Schwenzow, Verkehrsdezernentin des Kreises Borken, begrüßt die Initiative der RVM: “Unser kommunales Verkehrsunternehmen ist eine wesentliche Säule für eine Verkehrswende. Es gilt nicht nur, mehr Fahrgäste für Bus und Bahn zu gewinnen, sondern auch die Flotte noch klimafreundlicher zu gestalten.” Daher sei die RVM-Gesamtstrategie außerordentlich wichtig. (pd/kre)