Dieser Vorgarten ist ein gutes Beispiel für die naturnahe Gestaltung von Vorgärten. Foto: Kreis Borken

KREIS BORKEN. Splitt-, Kies-, und Schottergärten haben den Ruf, besonders pflegeleicht zu sein. Doch der Schein trügt: Insbesondere die Reinigung der Steine von angewehten Samen, Laub und Blütenblättern und das Herauszupfen aufkommender Keimlinge zwischen den Steinen sind sehr aufwändig. Dennoch entscheiden sich viele Hausbesitzerdafür, ihre Vorgärten mit Splitt, Kies und Schotter zu gestalten. Die ökologisch wertvollere Alternative ist jedoch ein naturnah gestalteter Vorgarten, zum Beispiel bepflanzt mit Stauden, Zwiebelpflanzen und Bodendeckern. Darüber informiert der Flyer „Blühende Vielfalt im Vorgarten – Alternativen zu Schotter und Kies“ der Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) NRW, wie jetzt der Kreis Borken mitteilt. Dies steigert zum einen die Wohnqualität und bietet einen Lebensraum für unzählige Insekten, Vögel und Kleinsäuger, zum anderen ist der Pflegeaufwand gering.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Schottergärten werden häufig nur spärlich oder oft auch gar nicht bepflanzt. Dadurch bieten sie den meisten Tieren und Pflanzen weder Nahrung noch einen geeigneten Lebensraum. Außerdem können Schottergärten zusätzliche Kosten verursachen: Sie werden häufig von Kommunen als teil- beziehungsweise vollversiegelte Flächen eingestuft, sodass je nach Beschaffenheit erhöhte Gebühren für die Niederschlagsentwässerung und Gewässerunterhaltung anfallen können. Zudem versickern Niederschläge durch die Versiegelung und Bodenverdichtung nicht selten nur unzureichend in den Boden und es entstehen mitunter lokale Vernässungen auf dem Grundstück. Im Hinblick auf die vergangenen heißen Sommer ist nicht zu unterschätzen, dass naturnah gestaltete Vorgärten positiven Einfluss auf das lokale Temperaturgeschehen haben.

Im Kreisgebiet sollen somit in den kommenden Jahren wieder vermehrt naturnah gestaltete, blühende und bunte Vorgärten entstehen, die einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholung für die Bürger bieten. Deshalb steht für Interessierte der Flyer auf der Internetseite der Kreisverwaltung Borken zur Verfügung: www.kreis-borken.de/schottergaerten. Zudem verteilen der Fachbereich Bauen, Wohnen und Immissionsschutz der Kreisverwaltung sowie die kommunalen Bauämter die Broschüren an Bauwillige. (pd/vr)