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Nachbarschaften für Carsharing-Projekt gesucht

Quartiere aus der LEADER-Region Bocholter Aa können sich bewerben

KREIS. Da im ländlichen Raum niemand ohne eine gute Alternative seinen Zweit- oder Drittwagen aufgeben möchte, hat die LEADER-Region Bocholter Aa das Projekt „Nachbarschaftliches Carsharing in Wohngebieten“ ins Leben gerufen. Ab sofort können sich Nachbarschaften der Kommunen Isselburg, Bocholt, Rhede, Borken und Velen/Ramsdorf bewerben, um Erfahrungen mit E-Mobilität zu sammeln.

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Mehr als jeder dritte Haushalt im Kreis Borken besitzt laut einer im Jahr 2015 durchgeführten Mobilitätsstudie einen Zweitwagen, 7% sogar drei oder mehr Autos. Haushalte mit Kindern verfügen dabei am häufigsten über zwei oder mehr Autos. Dem Nutzen des Zweitwagens mit einer hohen Flexibilität stehen aber auch viele Nachteile gegenüber: Das Auto steht größtenteils nur herum, nimmt Fläche in Anspruch, verbraucht erhebliche Ressourcen und ist zudem recht teuer: Im Durchschnitt verursacht ein Zweitwagen Kosten von mindestens 200 bis 400 Euro.

Das LEADER-Projekt setzt exakt hier an: In zehn ausgewählten Quartieren (zwei pro Kommune) werden jeweils zwei E-Autos für ein Jahr zur Verfügung stehen. Lädesäulen sind ebenfalls mit im Paket, sie bleiben danach natürlich stehen. „Das Projekt hat ganz klar einen anderen Ansatz als normales Carsharing“, so Alexander Jaegers vom Regionalmanagement. „Es soll direkt vor Ort in den Quartieren wirken, um den teilnehmenden Haushalten eine gute Erreichbarkeit und einen hohen Komfort zu bieten.“ Die beiden Fahrzeuge seien durch den begrenzten Teilnehmerkreis flexibler und besser verfügbar.

„Das Projekt ist ein Experiment und soll den Borkener Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, eine neue Mobilitätsform zu erproben“, so Borkens Bürgermeisterin Schulze Hessing. Und ihre Velener Amtskollegin Dagmar Jeske lobt: „Durch dieses zukunftsweisende Projekt bietet sich für die Stadt Velen und Ramsdorf eine Möglichkeit, den Klimaschutz aktiv mitzugestalten. Als Nebeneffekt können Kostenreduzierungen für den einzelnen Bürger erreicht werden. In der aktuellen Situation eine willkommene Chance.“

Bewerben können sich Zusammenschlüsse von sechs bis zehn Haushalte in räumlicher Nähe. Das Bewerbungsformular und weitere Informationen gibt es zum Download auf www.region-bocholter-aa.de. Die Bewerbungsfrist endet am 19. August. Kleiner Unsicherheitsfaktor: Das Projekt steht noch unter dem Vorbehalt der Bewilligung durch die Bezirksregierung Münster. (pd/kre)

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