Der Eichenprozessionsspinner ist zur regelrechten Plage geworden. Foto: We love Borken

BORKEN. Nach bereits sehr vielen Einsätzen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) im Jahr 2018 hat der Befall von Eichen mit Raupen des EPS in 2019 eine drastische Zunahme erfahren. Für die Paarung und Eiablage der aus den Raupen entstandenen Nachtfalter gab es im Juli und August 2019 ebenfalls hervorragende Bedingungen. Daher kann man davon ausgehen, dass wir in 2020 mit einem wiederum sehr stark erhöhten Befall an EPS zu rechnen haben. Dies stellt eine große Herausforderung für den städtischen Bauhof dar.

Die Stadt Borken informiert deswegen aktuell auf ihrer Internetseite unter www.borken.de/eps und mit einem Flyer über den Eichenprozessionsspinner.

Befall online, via E-Mail oder telefonisch melden:

Mit dem von der Stadt eingerichteten Online-Melder könnenBürger ein Befall auf einer öffentlichen Fläche direkt online melden. So wird sichergestellt, dass die Meldungen direkt an der richtigen Stelle ankommen und bearbeitet werden können. Die Stadt bittet die Bürger deshalb, vorzugsweise den Online-Melder für Meldungen zu verwenden, der ebenfalls über http://www.borken.de/eps erreichbar ist.

Weiterhin bietet die Stadt Borken auch Meldungen über die E-Mail eps@borken.de und über die Hotline Tel. 02861/939 445 an. Die Hotline ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt.

Hintergrund:

Die Stadt Borken verfolgt zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinner mehrere Ansätze:

– Erstellung und flächendeckende Verteilung eines Flyers. Der Flyer befindet sich in der Verteilung und ist an diversen Auslegestellen verfügbar. Er ist auch unter www.borken.de/eps als PDF-Version erhältlich.

– Ausführliche Online-Information und Online-Melder unter www.borken.de/eps.

– Förderung der Population an Singvögeln als natürlicher Fressfeind. Die Stadt Borken hat hierzu 800 Nistkästen aufgehängt.

– Anlegen von Blühstreifen: Durch Anlegen von Blühstreifen und Umstellung von Intensiv- auf Extensivmahd auf städtischen Grünflächen soll für Insekten als natürliche Fressfeinde kein zusätzlicher Lebensraum geschaffen werden.

– Absaugen: Im Jahr 2019 hat der Bauhof zur Bekämpfung des EPS einen geeigneten Spezialsauger mit entsprechendem Filtersystem angeschafft.

– EPS-Fallen: Die Fallen werden am Stamm in geeigneter Höhe mittels eines Ringes und integrierten Auffangbeutels angebracht. Da es über den Einsatz und die Wirkung der Falle geringe Erfahrungswerte gibt, hat der Bauhof Ende 2019 für ca. 100 Bäume eine EPS-Falle bestellt und wird diese in 2020ausprobieren.

– Heißschaumbehandlung: Bei dieser Art von Behandlung wird 97 Grad heißes Wasser mit zugeführtem Schaum (ungiftiges Stärkegemisch) am Baum aufgebracht. Der Bauhof beabsichtigt dieses Verfahren durch einen Unternehmer ebenfalls zu beauftragen.

– Heißwasserverfahren: Das Nest wird mit 97 Grad heißem Wasser und mit geringem Druck durchspült. Dieses Verfahren soll ebenfalls durch einen Fremdunternehmer durchgeführt werden.

– Bekämpfung durch Spritzen mit Nematoden: Nematoden sind laut Herstellerangaben 0,5 mm lange Fadenwürmer, die sich nur in Insekten vermehren und für Mensch und Haustiere ungefährlich sind. Sie dringen nach Kontakt über die Körperöffnungen (Auge, Mund, After) in das Insekt ein und führen innerhalb von 2 bis 10 Tagen zum Absterben. Aufgrund der UV-Unverträglichkeit der Nematoden können diese Arbeiten nur abends durchgeführt werden. (pd/vr)