Man sieht sie nicht, aber sie haben eine Geschichte…

„x_Orte“: Fotoausstellung vom 7. Juni bis zum 13. Juli im Kreishaus Borken

In der "x_Orte"-Ausstellung im Kreishaus Borken ist unter anderem ein Foto der ehemaligen NATO-Raketenstation auf dem Schöppinger Berg zu sehen. Foto: Kreis Borken

Kreis Borken. Im Münsterland gibt es viele historisch interessante Orte. Manche von ihnen sind jedoch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, da sie im Verborgenen angelegt, verfallen oder in Vergessenheit geraten sind. Die Fotoserie „x_Orte“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) rückt Plätze ins Licht, über die – zum Teil im wahren Wortsinn – Gras gewachsen ist. Damit macht sie nicht nur auf die Orte selbst, sondern auch auf deren Geschichte aufmerksam. Bis zum 13. Juli macht die Fotoausstellung nun auch im Kreishaus Borken Station. Während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung (montags bis mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr) ist sie im Foyer des Kreishauses Borken und vor den Sitzungssälen, Burloer Straße 93, zu sehen.

Wissenschafts-Schauplätze erlebbar machen

Die „Expedition Münsterland“ – ein strategisches Regional-Projekt der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU – macht regionale Wissenschafts-Schauplätze für Bürger erlebbar. So soll auch die Ausstellung „x_Orte“, die im Rahmen dieses Projektes entstanden ist, die unbekannten historisch interessanten Stellen im Münsterland sichtbar machen. Durch die Fotoserie zieht sich ein dreidimensionales, schwarzes „X“ als Symbol für das Unbekannte. Dieses wurde an jedem „x_Ort“ aufgestellt und fotografiert. Es lenkt den Blick des Betrachters auf die verborgenen, verschwundenen und vergessenen Orte.
Begleitend zur Ausstellung kann der Katalog „x_Orte: Man sieht sie nicht, aber sie haben eine Geschichte…“ zum Preis von 15 Euro an der Information des Kreishauses Borken erworben werden. Zudem ist eine Bestellung per E-Mail an expedition.münsterland@uni-muenster.de möglich.

Landrat Dr. Kai Zwicker (li.) eröffnete gemeinsam mit Lennart Bohmann (Mitte) und Andreas Wessendorf vom Projekt „Expedition Münsterland“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Fotoausstellung „x_Orte“ im Kreishaus Borken. Foto: Kreis Borken

Zum Hintergrund:
Verschiedene Themen sind in den Fokus der „x_Orte“-Ausstellung gerückt, um so ein neues Bewusstsein für deren Bedeutung im Münsterland zu schaffen: Die Bilder zeigen Orte, die im Laufe der Jahre ihren ursprünglichen Zweck verloren haben und heutzutage vorhanden sind, ohne dass jemand nach dem vergangenen Sinn dieser Stätten fragt. Beispielsweise ist aus dem ehemaligen Munitionsbunker im Bioenergiepark Saerbeck ein Raum entstanden, den die WWU nun für Lehrveranstaltungen und Ausstellungen nutzt. Auch hier im Münsterland sind viele, häufig versteckte Orte Zeugen von Gewalt und Krieg. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs hat durch Militärflugplätze, kasernenartige Lager des Reichsarbeitsdienstes, Kriegsgefangenenlager sowie KZ-Außenlager Spuren und Narben hinterlassen. Kriegswahrzeichen zeugen als Mahnmal von dieser Zeit. Sie sind jedoch teilweise in Vergessenheit geraten. Auffallend sind zum Beispiel aus der Zeit des Kalten Krieges die großen Hinterlassenschaften von Munitionslagern und Startrampen atomar bewaffneter Flugabwehrraketen. Viele der „x_Orte“ zeigen zudem die einstigen und heutigen Verkehrswege auf und dokumentieren damit die Entwicklung des Münsterlandes. Sie legen ein Zeugnis darüber ab, auf welchen Wegen sich schon die Römer fortbewegten und wie der technische Fortschritt die Nutzung der Verkehrswege nachhaltig beeinflusst hat. Weitere Bilder der Ausstellung zeigen Plätze der Rohstoffgewinnung, die Spuren in der Landschaft hinterlässt, aber auch neue Lebensräume für bedrohte Arten schafft. Ausgangspunkte für viele Aktivitäten der „Expedition Münsterland“ sind Hinweise von Bürgern, die sich für ihre Umgebung interessieren und anschließend oft maßgeblich bei der Umsetzung der gemeinsamen Forschungsveranstaltungen mitwirken – inhaltlich und organisatorisch. Im Rahmen der „Expedition Münsterland“ forschen so nicht nur Wissenschaftler, es beteiligen sich auch Laien in vielfältiger Weise als „Bürgerwissenschaftler“ vor Ort. Mehr Informationen dazu gibt es unter http://www.expedition-muensterland.de.

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