Doris Baron ist Koordinatorin für sexuelle Gesundheit beim Kreisgesundheitsamt. Foto: pd

KREIS BORKEN. “Leben mit HIV. Anders als du denkst.” – Das ist das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages, der am kommenden Mittwoch (1.12.) begangen wird. Weltweit leben rund 38 Millionen Menschen mit dem HI-Virus – in Deutschland gibt es rund 90.000 Betroffene. Mit dem Zugang zu den richtigen Medikamenten und der damit verbundenen Behandelbarkeit können die Betroffenen leben wie alle anderen und ebenso alt werden. “Egal ob es um Arbeit, Freizeit, Sexualität oder Familienplanung geht: HIV muss heute bei rechtzeitiger Behandlung keine Beeinträchtigung mehr sein”, erklärt Doris Baron, Koordinatorin für sexuelle Gesundheit des Kreisgesundheitsamtes Borken. Problematisch bleibe aber weiterhin, dass weltweit nur rund 73 Prozent der Betroffenen einen Zugang zu den richtigen Medikamenten erhalten. Aus diesem Grund soll der Welt-Aids-Tag, der jährlich seit 1988 am 1. Dezember stattfindet, für das Thema sensibilisieren und vor allem darüber aufklären. Gleichzeitig wird damit zu einem Miteinander ohne Benachteiligung und Stigmatisierung aufgerufen, denn Unwissenheit, Verunsicherung und diskriminierendes Verhalten macht HIV-positiven Menschen das Leben oftmals immer noch unnötig schwer.

Es gilt die Kernbotschaft: “Nicht messbar = Nicht übertragbar (N=N)”. Mit der richtigen medikamentösen Behandlung ist HIV als Erreger für Aids nicht mehr übertragbar. Die Zahl der Viren wird so stark verringert, dass sie nicht mehr messbar sind. Wichtig sei die Verbreitung dieser Botschaft, sodass möglichst viele Menschen dazu ermutigt werden, sich zu informieren und gegebenenfalls testen zu lassen, betont Baron. Ebenso wichtig ist die Botschaft für die gesamte Bevölkerung: Obwohl viele wissen, dass HIV im Alltag und am Arbeitsplatz nicht übertragbar ist, verspüren sie Unsicherheiten im Umgang mit HIV-positiven Menschen.

Im Rahmen des Welt-Aids-Tages sind unter normalen Umständen verschiedene Aktivitäten und Spendensammel-Aktionen geplant. Coronabedingt finden diese auch in diesem Jahr nicht statt. Dennoch: “Auch in Zeiten der Corona-Pandemie darf die Aufklärungs- und Beratungsarbeit zum Thema HIV und Aids nicht pausieren”, appelliert Baron. Aus diesem Grund bietet das Kreisgesundheitsamt in Borken unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen auch zurzeit Beratungsgespräche und Testungen an. Selbstverständlich anonym, vertraulich und kostenfrei zu allen Themen rund um HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen wie zum Beispiel Syphilis. Nur wer von der Infektion weiß, könne von der Behandlung profitieren. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann einen Test- und Beratungstermin vereinbaren. Weitere Informationen und die Kontaktdaten gibt es unter: www.kreis-borken.de/aids oder per E-Mail: d.baron@kreis-borken.de. Mehr Wissenswertes zum Welt-Aids-Tag gibt es im Internet auf https://www.welt-aids-tag.de. (pd/kre)