Das kult-Team um Corinna Endlich, Leiterin des kult Westmünsterland, und Gregor Greve ruft die Bürgerinnen und Bürger zum Mitwirken auf: „Reichen Sie Gegenstände, Dokumente oder Fotos zum Thema Krise ein!“ Foto: pd

KREIS BORKEN/VREDEN. Lockdown, Maskenpflicht und “Social Distancing” – die Corona-Pandemie und damit verbunden das Bewusstsein einer Krise ist in der Bevölkerung aktuell allgegenwärtig. Das nimmt das kult Westmünsterland zum Anlass, ein interaktives Kulturprojekt zum Thema “Krisen” zu starten. “Das Thema Krisen ist sehr vielschichtig, seien es beispielsweise Kriege, die Schneekatastrophe oder die Flüchtlingskrise. Jeder erlebt eine Krise und ihre Folgen unterschiedlich”, sagt kult-Leiterin Corinna Endlich. Und genau das soll durch die Mitwirkung der Bevölkerung gezeigt werden: “Werden Sie ein Teil unseres Krisenprojektes, indem Sie Gegenstände, Dokumente oder Fotos einreichen”, sagt kult-Mitarbeiter Gregor Greve. In dem Kulturprojekt gehe es vordringlich nicht um die großen Krisen in der Weltbevölkerung, sondern ganz explizit um die schweren Zeiten, die die Menschen aus dem Westmünsterland erlebt haben. “Wir suchen die ganz persönlichen, privaten Krisenmomente: der Verlust eines Arbeitsplatzes, Beziehungsprobleme oder der Tod geliebter Personen oder eines Haustieres – wir wollen die Emotionalität hinter jeder einzelnen Geschichte in der Ausstellung zeigen”, erklärt Endlich.

“Wir bereiten die Präsentation anschließend um die Exponate der Bevölkerung herum auf”, sagt die kult-Leiterin. Dadurch seien die Menschen schon ein aktiver Teil in der Entstehungsgeschichte und nicht erst als “Kulturkonsument” mit in die Ausstellung einbezogen. Auf die Anonymität der handelnden Personen werde dabei ganz besonders geachtet. Neben den eingereichten Gegenständen, Geschichten und Erinnerungen aus der Bevölkerung wird das Projekt durch Exponate aus dem Fundus ergänzt, sodass zur Eröffnung im Frühjahr 2021 eine interaktive Ausstellung im kult Westmünsterland erlebbar sein wird.

Der Kreativität sind bei der Darstellung der jeweiligen Krise keine Grenzen gesetzt. “Es ist auch möglich, ohne Gegenstand und nur mit einer Erinnerung an ein Erlebnis teilzunehmen. Die Darstellungsform erarbeiten wir schließlich gemeinsam mit dem Ideengeber”, erklärt Gregor Greve. Dabei seien explizit auch Ton- und Videoaufnahmen erwünscht, beispielsweise das Vorlesen oder Erzählen einer Geschichte. Das kult Westmünsterland soll so zu einem Ort werden, wo die Menschen über ihre Erinnerungen sprechen und diese für sich sowie die anderen Personen erlebbar machen. “Es geht um Krisen, die überwunden wurden. Die Ausstellung soll den Besucherinnen und Besuchern Mut vermitteln und sie zum Nachdenken animieren”, so Greve.

Auf die Frage was passiert, wenn nicht ausreichend Objekte aus der Bevölkerung kommen, antwortet Endlich scherzhaft: “Wenn uns die Menschen nicht an ihren Krisen teilhaben lassen möchten, dann haben wir die Krise.” Die partizipativen Kulturprojekte – auch die bevorstehende Weihnachtsausstellung sind ein neuer Ansatz, die Bevölkerung frühzeitig in Kulturprojekte einzubeziehen.

Interessierte, die einen Teil zur Ausstellung beitragen wollen, können sich mit ihren Gegenständen und Ideen an das kult Westmünsterland wenden. Dies geht per Mail an kult@kreis-borken.de oder an g.greve@kreis-borken.de. Auch eine telefonische Kontaktaufnahme ist möglich unter 02861 / 681 – 1415 oder 02861 / 681 – 4284 (Gregor Greve). Für mehr Informationen oder Rückfragen steht das kult Westmünsterland ebenfalls per Mail oder telefonisch zur Verfügung. (pd/kre)