In einem Wald an der Marbecker Straße ziehen Buntspechte ihre Jungen groß. Fotos: E. Kremer

Borken. Gestern war Vatertag und mancher „Schluckspecht“ wird heute Kopfschmerzen haben. Damit hat der Buntspecht (Dendrocopos major) keine Probleme. Selbst wenn er minutenlang auf den Stamm eines Baumes einhackt, bekommt er kein Kopfweh.

Und während mancher Vater nach den gestrigen Strapazen ausschlief, war das Buntspecht-Pärchen, das in einem Wäldchen an der Marbecker Straße Junge aufzieht, heute schon in den frühen Morgenstunden wieder aktiv. Emsig flog es mit Futter im Schnabel die Bruthöhle an, die es hier in einer abgestorbenen Buche angelegt hat. Der Fotograf wurde zwar argwöhnisch beäugt und mit einem aufgeregten „gigigigigi” bedacht. Aber vom Füttern ließen sich Männchen und Weibchen nicht abbringen.

Diese kann man übrigens recht gut unterscheiden, gesetzt den Fall, dass man freien Blick auf den amselgroßen Vogel bekommt. Beide Geschlechter haben einen schwarzen Rücken, weiße Schulternflecke, einen roten Unterschwanz, einen schwarzen Kopf mit weißer Stirn und weißen Wangen, einen kräftigen Schnabel und eine weiß bis gräuliche Unterseite. Das Männchen hat darüber hinaus aber auch noch einen roten Nackenfleck.

Buntspechte picken ihre Bruthöhlen selbst in zwei bis zehn Meter Höhe und am liebsten in kranke und weiche Bäume. Männchen wie Weibchen zimmern sich jedes Jahr eine neue Bruthöhle. Dadurch entsteht ein Überangebot, das von anderen Höhlenbrütern wie zum Beispiel Meisen und Staren aber auch von Hummeln und Siebenschläfern genutzt wird. Das Buntspecht-Weibchen legt vier bis sechs Eier, die beide Partner in rund 14 Tagen ausbrüten. Die Jungen werden ca. 23 Jahre in der Bruthöhle mit Nahrung wie Würmern, Larven, Raupen und Insekten, aber auch mit Beeren, Nüssen und Obst versorgt. Auch nach Verlassen des Nestes werden sie noch etliche Tage umsorgt. (kre)