Kirmes-Karussells, Buden und viele Fahrgeschäfte: Museumsleiterin Eva Gutersohn lässt in ihrem Spielzeugmuseum die „Kirmes in Rhede“ wieder aufleben. Fotos: max-u-moritz.de / and

RHEDE. Nach fast einem Jahr hat das Spielzeugmuseum “Max und Moritz”, Auf der Kirchwiese 1, wieder geöffnet. Museumsleiterin Eva Gutersohn freut sich auf neue Besucher und Gäste, die neugierig sind, sich in den großzügigen Räumlichkeiten des Museums mit vielen schönen alten Dingen umzusehen. Auch eine neue Sonderausstellung hat sie in der Zwangspause, die immer wieder verlängert werden musste, vorbereitet. „Kirmes in Rhede“ ist das Motto.

Eva Gutersohn: „Wenn in Rhede die traditionelle Kirmes wegen der Pandemie nicht stattfinden kann – bei uns im Spielzeugmuseum findet Kirmes statt.“ Die „richtige“ Kirmes hätte Ende des Monats vier Tage lang das normale öffentliche Leben Rhedes zum Stillstand gebracht – sie fällt wegen der Pandemie wie schon 2020 erneut aus.

Gutersohn hat viele alte Karussells entstaubt, schön gemacht und in den Museumsräumen ausgestellt. Dazu gibt es jede Menge Informationen und Wissenswertes zur Geschichte der Kirmes in Rhede. Ihre Anfänge sind immerhin 360 Jahre alt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 19. Oktober 1661.

Zu sehen sind neben vielen antiken Teilen auch hölzerne Kirmesfahrgeschäfte aus den 1950er Jahren. Einen Teil der Holzfahrgeschäfte hatte ein Modellbauer aus Südlohn dem Museum vermacht. Die meisten Fahrgeschäfte leuchten, blinken und drehen sich noch wie ehedem die Originale. Natürlich dürfen Schiffsschaukeln nicht fehlen; das Riesenrad, das seinen Ursprung in Russland hatte; und auf Ludwig XIV. in Frankreich gehen die Ursprünge der Karussells zurück, nachdem er Reiter auf einem Rundparcours hatte reiten lassen. „Jede Kirmes war einem gewissen Zeitgeist unterworfen“, hat die Museumsleiterin herausgefunden. Im eigentlichen Kirmesraum, der ganzjährig geöffnet ist, sind weitere Raritäten von früher zu sehen, zum Beispiel auch ein doppelstöckiger Karussellnachbau.

Zu sehen ist die Ausstellung dienstags bis donnerstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober geöffnet. Danach wird eine neue vorbereitet – wenn Corona nicht wieder ein Strich durch die Rechnung machen sollte. (pd/kre)