Schlugen satirisch zu und ließen kein Auge trocken: (v.l.n.r.) Jochen Rüther, Thomas Philipzen und Harald Funke lieferten im Borkener Autokino eine brandaktuelle Storno-Sonderinventur ab. Fotos: Ewald Kremer

BORKEN. „Schrecklich diese Videokonferenzen mit dem Handy. Wochenlang habe ich nur in Nasenlöcher geschaut“, ruft Harald Funke den Zuschauern in den Autos zu. Und Kollege Thomas Philipzen nimmt anhand der vor ihm stehenden Pkw-Marken eine soziologische Analyse von Arm und Reich in Coronazeiten vor.

Brandaktuell, humorvoll bis mitunter bitterböse und immer treffsicher, so präsentierte sich STORNO gestern Abend im „Drive & Live“ Autokino an der Parkstraße. Fast 90 Minuten lang unterhielt das Trio aus Münster sein Publikum in rund 80 Autos mit satirischen Seitenhieben auf westfälische Radfahrer, Werbung treibende Politiker, hochgefährliche Populisten und tumbe Verschwörungstheoretiker. Die Corona-Zeit hatten die drei Kabarettisten offensichtlich genutzt, um die Gesellschaft im Ausnahmezustand genau unter die Lupe zu nehmen. Die Resultate fielen – wen wundert’s – urkomisch aus.

In ihre Sonderinventur der letzten Monate mischten sie leicht veränderte Themen und Lieder des letzten Programmes. Und natürlich nahmen sich Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther wie gewohnt gerne gegenseitig auf die Schippe. Philipzen beispielsweise nahm Funkes Corona-Bäuchlein auf’s Korn. Der konterte mit dem schönen Gefühl, wenn sich ein Dönerspieß drehe. „Hat dies Gefühl auch ein Veganer beim Rasenmähen?“, so seine rhetorische Frage. Einig war man erstmals sich in der Verehrung der Bundeskanzlerin. Der amerikanische Präsident hingegen habe sein auf Twitter ausgelagert.

Das Trio aus Münster zeigte am Mittwochabend, wie man krisengeschüttelte Zeiten mit donnerndem Gelächter übersteht. Spätestens bei den Coverversionen von Lindenberg („Er heißt Bello“) und Grönemeyer rastete auch das Publikum aus – autokinomäßig durch anhaltende Betätigung von Scheinwerfern, Blinker, Hupe und Scheibenwischern. Das Trio aus Münster ließ sich nicht lange bitten und ging erst nach mehreren Zugaben von der Bühne.

Am Sonntag gibt es zwei weitere Vorstellung der „Sonderinventur“ im Autokino. Die sind allerdings bereits ausverkauft. (kre)