In den Himmel geboren

Die „SternenEltern-Gruppe Borken“ bietet Mütter und Vätern, die um ein Sternenkind trauern, einen Ort zum Austausch und Verstanden werden.

Simon Blankenhagen, Bettina Roßkamp, Katharina Blankenhagen, Klaus Elsner (Gruppenleitung), Patricia Müller- el Amir und Judith Kolschen (v. li.) möchten Eltern von Sternenkindern Hilfestellung bieten. Foto: Privat

Borken. Fast jedes zehnte Kind von rund 500 Geburten jährlich in Borken ist ein „Sternenkind“, also ein Kind, das während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstirbt. Eine Zahl, die zeigt, dass der Bedarf an einer Gruppe für betroffene Eltern groß ist. Im Sommer dieses Jahres fanden sich Klaus Elsner, Seelsorger des St. Marien Hospitals Borken, Patricia Müller-el-Amir, Fachbereichsleitung Eltern-Kind-Bereich der Familienbildungsstätte Borken (Fabi), Trauerbegleiterin Judith Kolschen sowie die betroffenen Eltern Simon und Katharina Blankenhagen und Bettina Roßkamp zusammen, und gründeten die „SternenEltern-Gruppe Borken“. Die Auftaktveranstaltung, bei der sich die Initiatoren vorstellen und über das neue Gesprächsangebot informieren, findet am 9. Januar (Mittwoch) um 19.30 Uhr, in den Räumlichkeiten der Fabi, Am Vennehof 1, statt. Anschließend trifft sich die Gruppe an jedem zweiten Mittwoch im Monat. „Interessierte Mütter und Väter können sich gerne für ein unverbindliches Vorgespräch bei mir melden“, so Patricia Müller-el-Amir, die telefonisch unter Tel. 02861/892120-4 sowie via E-Mail an mueller-pa@bistum-muenster.de zu erreichen ist.

Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch

„Viele betroffene Eltern funktionieren im ersten Moment, und denken, dass sie keine Hilfe zur Trauerbewältigung benötigen. Doch wenn dann durch plötzliche Situationen die Erinnerung an den Verlust wieder hochkommt, merken sie, dass sie im Akutfall doch Hilfe gebraucht hätten“, erzählt Judith Kolschen und ergänzt: „Unser Ziel ist es, eine offene Plattform zum Austausch zu ermöglichen. Jedoch ist keiner zu irgendetwas gezwungen, niemand muss das Gefühl haben, etwas erzählen oder mitweinen zu müssen.“ „Die Trauer um ein Sternenkind ist in unserer Gesellschaft oft leider nach wie vor ein Tabuthema“, berichtet Klaus Elsner und betont: „Doch bereits in dem Moment, in dem ein neues Leben entsteht, ist man Mutter und Vater. Die Trauer um das Kind soll seinen Platz bekommen, denn das Kind ist da.“

Gottesdienst und „Worldwide Candle Lighting“

Jährlich am zweiten Sonntag im Dezember, in diesem Jahr am 9. Dezember um 15.30 Uhr, lädt Seelsorger Klaus Elsner herzlich zum Gottesdienst für verwaiste Eltern und Angehörige in die Krankenhauskapelle ein. Ebenfalls an diesem Tag findet das weltweite „Worldwide Candle Lighting“ statt. Durch dieses „Weltweite Kerzenleuchten“ gedenken auf dem gesamten Erdball Angehörige und Freunde ihrer verstorbenen Kinder, Geschwister und Enkel, in dem sie abends um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster stellen. (vr)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der November-Ausgabe des HALLO-Magazins, die am kommenden Donnerstag (22. November) erscheint.