Die 93-jährige Alwine Hagemann aus Reken gehörte zu den ersten Patienten im Impfzentrum des Kreises. Begleitet wurde sie von ihrer Enkelin. Fotos: pd

KREIS BORKEN. Mit 93 Jahren hat Alwine Hagemann aus Reken schon viel in ihrem Leben gesehen und mitgemacht. “Da kann mich nicht mehr viel schrecken”, schmunzelte sie auf die Frage, ob sie denn ein bisschen Bammel vor der Impfung hat. Begleitet von ihrer Enkelin absolvierte sie am Montag (08.02.) um 14 Uhr als eine der Ersten aus der Altersgruppe 80+ daher auch ganz souverän den Impfdurchgang im “Impfzentrum Kreis Borken” in Nordvelen. Zuvor war sie von Landrat Dr. Kai Zwicker und Dr. Amin Osman, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), im Eingangsbereich des Zentrums willkommen geheißen worden.

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“Endlich geht es jetzt hier mit dem Impfen los”, freute sich der Landrat und Dr. Osman wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen der KVWL und dem Kreis Borken hin. Die KVWL ist für den medizinischen Bereich des Impfzentrums zuständig und der Kreis für dessen Aufbau und Organisation.

Nach gut 45 Minuten hatte Alwine Hagemann alle Stationen im Impfzentrum absolviert. Beim “Aus-Checken” zeigte sie sich übrigens genauso gelassen wie zu Beginn. Sie habe sich die ganze Zeit gut betreut gefühlt, sagte sie. Auch das eigentliche Impfen hätte ihr nichts ausgemacht. So konnte ihre Enkelin, die als Begleitperson mit zum Termin gekommen war, die Oma in aller Ruhe wieder durch die Winterlandschaft nach Reken zurückfahren.

Altersgruppe 80+ beginnt

Das “Impfzentrum Kreis Borken” öffnet zuerst für die Impfung der Bevölkerungsgruppe der über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet sowie für die Mitarbeiter/innen des Rettungsdienstes und der mobilen Pflegedienste. An sieben Tagen in der Woche zunächst von 14 bis 20 Uhr erfolgen nun Impfungen an vier “Impfstraßen”. Pro Woche können dort zunächst rund 1.850 Personen geimpft werden. Schrittweise wird die Kapazität dann bei Lieferung von zusätzlichem Impfstoff weiter aufgestockt. Zur Verfügung stehen insgesamt fünf “Impfstraßen” plus eine “Reservestrecke”. Unter “Volllast” – also bei einer vorgesehenen Öffnungszeit täglich von 8 bis 20 Uhr und bei entsprechend vorhandenen Impfstoffmengen – können dort täglich rund 1.200 Personen geimpft werden.

Standort des Zentrums ist der Interkommunale Bauhof des Kreises Borken und der Stadt Gescher an der Ortsgrenze Velen/Gescher. Er liegt zentral im Kreisgebiet und ist verkehrsgünstig über die Autobahn A 31 und die Bundesstraße B 525 zu erreichen. Im weiten Umraum weisen Schilder auf das Impfzentrum hin. Neben dem Bauhofgelände ist ein großer Parkplatz (für 300 Fahrzeuge) entstanden, so dass ausreichend Parkflächen zur Verfügung stehen.

Außerdem wurden zudem zwei TaxiBus-Linien eingerichtet: für Personen aus dem Südkreis die Linie T17 “Borken – Ramsdorf – Velen – Velen/Impfzentrum”, für Personen aus dem Nordkreis die Linie T16 “Stadtlohn – Gescher – Velen/Impfzentrum”. Beide Taxi-Busse müssen spätestens 30 Minuten vor Fahrtantritt unter der Telefonnummer 0251/14480444 bestellt werden. Fahrplaninformationen gibt es bei der kostenlosen elektronischen Fahrplanauskunft unter der Nummer 08003/504030 oder im Internet unter www.rvm-online.de.

Dr. Guido Euting und Jens Eisenack (ärztliche Leiter), Dr. Amin Osman (KVWL), Alwine Hagemann, Landrat Dr. Kai Zwicker und Dr. Elisabeth Schwenzow (Gesamtverantwortliche für das Impfzentrum) machten sich gestern ein Bild vom Impfauftakt in Velen.

Zum Ablauf im Impfzentrum

Im Impfzentrum wird am Check-In-Schalter zunächst geprüft, ob ein Termin vorliegt. Dann werden dort eine Impfaufklärung, ein auszufüllender Anamnesebogen und eine noch im Impfzentrum auszufüllende Impfbescheinigung ausgegeben. Zum Impftermin mitzubringen sind die Gesundheitskarte, sofern vorhanden, ein Ausweisdokument und bei Bedarf eine ärztliche Bescheinigung. Anschließend wird geprüft, ob die zu impfenden Personen die Impfaufklärung und den Anamnesebogen vollständig ausgefüllt haben. Auf Wunsch wird hierbei unterstützt. Danach folgt das Aufklärungsgespräch durch einen Arzt.

Nach der eigentlichen Impfung können sich die geimpften Personen in einem Nachsorgebereich aufhalten, um etwaige körperliche Reaktionen (z. B. Schwindel) abzuwarten. Je nach Impfstoff und Indikation des Arztes wird eine Verweildauer von derzeit mindestens fünf Minuten empfohlen. Zudem erfolgt der sogenannte Check-Out, bei dem die Patientendaten inkl. der verimpften Charge erfasst werden. Die geimpfte Person nimmt ihre Unterlagen der Impfung inkl. eines Hinweises auf den zweiten Impftermin mit nach Hause. (pd/kre)