Höhere Bußgelder für „Müllentsorgung“ im öffentlichen Raum

Kreis Borken ahndet Ordnungswidrigkeiten im Umweltbereich / Neuauflage des NRW-Bußgeldkataloges.

Der Sanktionsrahmen des überarbeiteten Bußgeldkataloges reicht nun von 100 Euro für kleine Abfallablagerungen bis zu 50.000 Euro und mehr für vorsätzliche gewerbsmäßige Ablagerungen größerer Mengen umweltgefährdender Stoffe wie Altöl und Bauschutt. Foto: AdobeStock/puckillustrations

Kreis Borken. Einwegverpackungen wie Coffe-To-Go-Becher, Pappteller und Burgerboxen finden sich – achtlos weggeworfen – häufig an Bahnhöfen, Bushaltestellen und anderen öffentlichen Plätzen wieder. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hat daher an alle Bürger appelliert, Abfälle stets ordnungsgemäß zu entsorgen. Zugleich forderte sie die Behörden auf, Verstöße zukünftig stärker zu ahnden. Grundlage dafür ist der Bußgeldkatalog “Umwelt für den Bereich Abfall” des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, der zwischenzeitlich deutlich verschärft wurde.

“Dieser Katalog ist für uns zwar nicht bindend, dient uns jedoch als Entscheidungshilfe zur Ahndung von Ordnungswidrigkeiten im Bereich des Umweltschutzes”, erklärt dazu Edith Gülker vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken. Die bisherige Empfehlung für die rechtswidrige Entsorgung von kleineren (Hausmüll-) Gegenständen wie Einwegbechern, Getränkedosen sowie Obst- und Lebensmittelresten lag bei 10 bis 25 Euro. Der Sanktionsrahmen des überarbeiteten Bußgeldkataloges reicht nun von 100 Euro für kleine Abfallablagerungen bis zu 50.000 Euro und mehr für vorsätzliche gewerbsmäßige Ablagerungen größerer Mengen umweltgefährdender Stoffe wie Altöl und Bauschutt. “Letztlich kann schon das achtlose Wegschnippen einer Zigarettenkippe künftig deutlich teurer werden”, gibt Edith Gülker nur ein Beispiel für die verschärften Bestimmungen.

“Wir wollen die Bevölkerung vor allem aber dafür sensibilisieren, ihren Abfall in den Mülleimer zu werfen oder wieder mit nach Hause zu nehmen. Auf diese Weise können wir schon viel für unsere Umwelt und die Natur tun.”

Edith Gülker vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken

Zum Hintergrund:
Allein dem Landesbetrieb Straßenbau NRW entstehen pro Jahr rund sieben Millionen Euro zusätzliche Kosten, um etwa 16.000 Tonnen Abfälle an Fahrbahnrändern einzusammeln. Die Entwicklung der zunehmenden “Vermüllung” des öffentlichen Raums führt nicht nur zu einer enormen Zusatzbelastung für die öffentlichen Kassen, die von der Gesellschaft getragen werden müssen. Wenn Müll in der Umwelt landet, können Teile in den Boden und ins Wasser und darüber sogar ins Meer gelangen, wo er zu Mikroplastik zerfällt und so möglicherweise in die Nahrungskette gerät. (pd/vr)