Höchste Auszeichnung für Klimaschutz in Kommunen geht nach Borken

Der Kreis Borken erhält zum zweiten Mal den European Energy Award in Gold.

Am jüngsten Arbeitstreffen nahmen viele Mitglieder des EEA-Teams des Kreises Borken teil. Foto: Kreis Borken

Kreis Borken. Erneut hat der Kreis Borken jetzt die Hürde der Zertifizierung für den „European Energy Award” genommen. Nach der ersten erfolgreichen Auszeichnung 2015 wurden die Aktivitäten des Kreises nun wieder mit dem Award in Gold gewürdigt. Mit dem „European Energy Award” (EEA) werden Kommunen ausgezeichnet, die sich aktiv um den Klimaschutz bemühen und Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie zur Förderung Erneuerbarer Energien umsetzen. „Die Auszeichnung unterstreicht unseren Willen, die vom Kreistag gesteckten ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Klimaschutz ist Teil der Regionalentwicklung”, betont Hubert Grothues, zuständiges Vorstandsmitglied in der Kreisverwaltung. „Deswegen sind Kommunen und Kreise die richtige Ebene für Klimaschutzarbeit. Was die Bemühungen um Klimaschutz angeht, sei das gesamte Münsterland deutschlandweit beispielhaft, ergänzt Landrat Dr. Kai Zwicker. „Denn alle Münsterlandkreise und auch die Stadt Münster haben inszwischen das Zertifizierungsverfahren mit der Auszeichnung bestanden. Das macht unsere Region einzigartig.”

“Energieteam” treibt Klimaschutz voran

Ein eigens hierfür gebildetes „Energieteam”, bestehend aus Mitgliedern des Kreistages und Fachleuten der Kreisverwaltung, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) unter Leitung von Kreisbaudirektor Hubert Grothues, arbeitet aktiv an einer nachhaltigen kommunalen Energiepolitik. In den Blick genommen hat das Energieteam dazu unter anderem kreiseigene Liegenschaften und Anlagen sowie die Themen Ver- und Entsorgung, Mobilität sowie neue Formen der Kooperation.

70 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energien

Rein rechnerisch werden schon heute knapp 70 Prozent der im Kreisgebiet benötigten Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt. Damit liegt der Kreis weit über dem Bundesdurchschnitt. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 100 Prozent steigen, so hat der Kreistag im Juli 2019 die Zielmarke neu gesteckt. Unter dem Strich hat sich der Kreis Borken das Ziel gesetzt, 2050 energieautark zu sein. „Um diese Klimaschutzziele zu erreichen, gibt es zwei Haupthebel: die Energieeinsparung und den umweltgerechten Ausbau der erneuerbaren Energien”, erläutert Edith Gülker, bei der Kreisverwaltung verantwortlich für den EEA-Prozess.

Kreisverwaltung als Vorbild

Innerhalb des energiepolitischen Arbeitsprogrammes ist dabei die Kreisverwaltung selbst Vorbild beim Einsatz von erneuerbaren Energien – beispielsweise mit der neuen Heizungsanlage des Kreishauses: Ein Blockheizkraftwerk, das mit Deponiegas betrieben wird, versorgt das Gebäude mit Wärme und Strom. Der Kreis Borken kann auf zahlreiche weitere umgesetzte Maßnahmen vorweisen: So verlaufen beispielsweise inzwischen an mehr als 80 Prozent der Kreisstraßen Radwege. In den kreisangehörigen Kommunen und im Kreisgebiet insgesamt sind die Akteure im Klimaschutz beispielhaft vernetzt, darüber hinaus auch im Münsterland und in ganz NRW. Etabliert haben sich inzwischen die vielfältigen Beratungsangebote, „AltBauNeu” für Bürgerinnen und Bürger etwa oder „Ökoprofit” für Unternehmen sowie die „Klimawoche” mit zahlreichen Veranstaltungen. (pd/vr)