Im Mühlenareal wurden knapp 50 uralte Spundbohlen freigelegt. Foto: pd

BORKEN. Während der Bauarbeiten im Mühlenareal hat die Stadt Borken kultur- und baugeschichtlich bedeutsame Spundbohlen aus Holz sicherstellen können. In den vergangenen Wochen hat das beauftragte Bauunternehmen rund 50 Bohlen in unterschiedlicher Stärke, die teilweise aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammen, ausgekoffert und sorgfältig mit einem Baggergreifarm entnommen. Im Unterwasser des Wehres vermutet die Stadt eine Vielzahl weiterer Spundbohlen, die bei den Arbeiten gesichert werden sollen.

“Besonders auffällig ist die teilweise handwerklich aufwändige Bearbeitung mit sogenannten Nut- und Feder-Konstruktionen, die verhindern, dass sich zwei nebeneinanderliegende Balken seitlich verschieben”, macht Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken, deutlich. “Der Fund ist für die Stadt von großer Bedeutung. Der historisch belegte Übergang über die Borkener Aa ist für die gesamte Stadtentwicklung sehr wichtig”, betont Jürgen Kuhlmann.

Das Amt für Archäologie des LWL Münster begleitet die Bauarbeiten im Mühlenareal seit Beginn intensiv. Bereits im vergangenen Jahr haben Mitarbeiterinnen umfassende Untersuchungen an dem ehemaligen Mühlentor durchgeführt. Hierbei sind seinerzeit Kalksteinfundamente freigelegt worden, die voraussichtlich aus dem Raum Borken entnommen wurden. Hinweise bieten noch heute beispielsweise die Straßennamen “Am Kalkofen” und “Steingrube”. Einen wissenschaftlich fundierten, umfassenden Bericht dazu wird der LWL nach den Bestandsaufnahmen anfertigen. (pd/kre)