Die Gastronomie hat wieder geöffnet. Die Umsätze sind aber weiterhin mau. Foto: AdobeStock

Kreis Borken. Erneut wenden sich die Spitzen des Kreises Borken und der kreisangehörigen Städte und Gemeinden mit einem dringlichen Appell an Bund und Land NRW. In ihrem gemeinsamen Schreiben an die Wirtschaftsminister von Bund und Land NRW, Peter Altmaier und Prof. Dr. Andreas Pinkwart, sowie die Arbeitsminister, Hubertus Heil und Karl-Josef Laumann, fordern sie Nachbesserungen bei den Unterstützungsangeboten für Betriebe und Beschäftigte der Gastronomie und Hotellerie.

“Mit großer Sorge nehmen wir die aktuelle wirtschaftliche Situation in der heimischen Gastronomie und Hotellerie wahr. Die Betriebe dieser Branche, die in unserer Region tendenziell kleinteilig strukturiert ist, konnten auch in guten Zeiten aufgrund der allgemeinen Preis- und Wettbewerbssituation kaum finanzielle Reserven aufbauen. Insofern haben die Betriebe durch die behördlich angeordnete Schließung nachhaltig gelitten. Die bisher bereitgestellte finanzielle Förderung etwa im Rahmen der Soforthilfe hat die Situation zwar abgemildert, gleichwohl stehen inzwischen viele Betriebe mit dem Rücken zur Wand, manche stehen sogar kurz vor der Aufgabe“, schreiben die Kommunalpolitiker.

Auch die aktuellen Lockerungen würden nicht reichen, Umsätze zu erzielen, die für eine wirtschaftliche Betriebsführung zwingend notwendig wären. Sie könnten auch anders als in anderen Branchen nicht nachgeholt werden. Gastronomie und Hotellerie übernähmen wichtige Funktionen im Leben der Städte und Kommunen, nicht zuletzt als Versammlungsorte für Vereine, Verbände und ehrenamtlich Tätige.

„Wir tun also gut daran, alles zu unternehmen, um den Bestand diese Branche zu sichern und eine Insolvenzwelle zu verhindern“, so die heimischen Politiker und fordern handfeste Nachbesserungen. „Notwendig erscheint uns eine zielgerichtete finanzielle Förderung in Form von bedarfsgerechten Zuschüssen, die eine finanzielle Überbrückung zumindest für die nächsten Monate sichern. Eine kreditbasierte Lösung wäre nicht zielführend, weil aufgrund der angespannten Wirtschaftlichkeit in aller Regel die Tilgungsbelastungen auf Dauer kaum tragbar sein dürften.“ Auch steuerliche und administrative Erleichterungen werden ins Spiel gebracht. „Wenn nicht zügig gehandelt wird, wird die Reparatur der Schäden später ungleich teurer werden“, prognostizieren die Autoren des Briefes. (kre/pd)